Aktuelles vom 21.02.13

Energiewende braucht Beschleunigungsprogramm statt Bremsmanöver

Kommentierung der Vorschläge zur „Strompreis-Bremse“

  • ZVEH für Stabilisierung des Strompreises bei gleichzeitiger Wahrung des Vertrauensschutzes – Zukunftstechnologien stärken

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Frankfurt/Main, begrüßt grundsätzlich die Bemühungen der Bundesregierung, den Strompreis stabilisieren zu wollen. Sowohl für Privathaushalte als auch für das Gewerbe muss elektrische Energie weiterhin erschwinglich sein, denn Stromanwendungen bilden das Rückgrat für das Funktionieren der heutigen Gesellschaft. Zugleich decken die jüngsten Vorschläge der Bundesminister Peter Altmaier und Philipp Rösler aus Sicht des ZVEH nicht die ganze Breite ab. Denn für das Gelingen der Energiewende bedarf es weit mehr Schritte als die einer „Strompreis-Bremse beim Ausbau der Erneuerbaren Energien“.

„Diese Strompreis-Bremse ist nur ein bunter Mosaikstein im schillernden Gesamtbild Energiewende“, sagt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. „Damit die Energiewende endlich an Fahrt gewinnt, braucht es ein konkretes Beschleunigungsprogramm! Es muss gezielt politische Impulse für die sinnvolle Nutzung regenerativer Energien durch Energiemanagement, für die dringend nötige Energiespeicherung und für mehr Energieeffizienz setzen.“ Bremsmanöver könnten da eher kontraproduktiv wirken.

Der ZVEH hatte sich bei den verschiedenen EEG-Novellen in den zurückliegenden Jahren jeweils vehement dafür eingesetzt, die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen auf ein vernünftiges Maß zu bringen. „Die Photovoltaik muss langfristig markttauglich sein, sonst bietet sie keine echte Alternative für die Stromgewinnung“, so Jakobi.

Einfluss auf die Strompreise könnte der Staat nicht allein durch eine verordnete Bremse nehmen, sondern beispielsweise auch dadurch, dass er den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom aus regenerativen Quellen steigert. Denn erst eine dezentrale Energieversorgung macht die Kunden von den Strompreisen der Energieversorger wirklich unabhängig. „Zudem führt ein erhöhter Eigenverbrauch ganz automatisch zu einer geringeren Einspeisevergütung und somit zu einer Entlastung der EEG-Umlage“, argumentiert Jakobi.
Die Bundesregierung dürfe jetzt nicht das ohnehin schon angeschlagene Vertrauen in den eingeschlagenen Weg der Energiewende weiter gefähr-den. Privathaushalte genauso wie der Kleinunternehmer mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach sind dringend auf stabile Rahmenbedingungen für ihre seinerzeit getroffene Investitionsentscheidung angewiesen. Deshalb muss der Vertrauensschutz für bereits errichtete Anlagen gewahrt bleiben. Und auch für die Zukunft brauchen Handwerksbetriebe Planungssicherheit, um ihre Kunden bei der Anschaffung einer PV-Anlage seriös beraten zu können.

Das derzeitige Modell der Einspeisevergütung sollte daher grundsätzlich nicht verlassen werden. Es ermöglicht einer breiten Basis der Bevölkerung an der Gestaltung der Energiewende teil zu nehmen. Darüber hinaus müssen auch in Zukunft die Rahmenbedingungen für die Förderung der Photovoltaik so gesetzt werden, dass dezentrale Erzeugungsanlagen, z. B. für die Versorgung von Gebäuden, errichtet werden können.

Außerdem ist es notwendig, nicht nur Problemlösung am bestehenden System der Förderung zu betreiben, sondern die Potentiale der erneuerbaren Energien zur vollen Entfaltung zu bringen. „Es scheint absurd, wenn an manchen Tagen hohe Strommengen aus regenerativen Quellen vorhanden sind und gleichzeitig die technischen Möglichkeiten fehlen, diesen Strom zu nutzen“, sagt Jakobi. In der aktuellen Debatte gerate völlig in Vergessenheit, dass erneuerbare Energien schon jetzt häufig den Preis an der Strombörse senken. Speicherkapazitäten müssen also erweitert und die Netze ausgebaut werden, beziehungsweise Intelligente Netze (Smart Grids) aufgebaut werden, so der ZVEH.

Der ZVEH setzt sich deshalb dafür ein, das von der Bundesregierung geplante Solarspeicherprogramm tatsächlich schnell zu starten, um der Speichertechnologie den Weg in die Wirtschaftlichkeit zu ebnen. Solarspeicher stellen eine Schlüsseltechnologie für die Versorgung von Gebäuden mit regenerativ erzeugtem Strom dar. Mit ihnen kann das schwankende Angebot der Sonnenenergie gleichmäßig verteilt und angepasst an den individuellen Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Der lokale Eigenverbrauch von Solarstrom lässt sich so erheblich steigern. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass dadurch die Netze entlastet werden.

PES







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