Aktuelles vom 13.06.12
Neuer E-CHECK für Photovoltaikanlagen
Medieninformation
Frankfurt / Main, 13.06.2012
Gegen Verschleiß und Ertragsverluste
Ab Herbst 2012: Pilotlehrgang für E-Handwerker zur Wiederholungsprüfung von Photovoltaikanlagen
So manche Photovoltaikanlage kommt langsam in die Jahre. Sonne, Wind und Wetter hinterlassen ihre Spuren, der Ertrag geht zurück, Verschleiß macht sich bemerkbar. Eine schadhafte PV-Anlage kann zur Gefahr für Menschen, Tiere und die Umgebung werden. Was für gewerbliche Nutzer längst Pflicht ist, soll daher bald auch für Privatpersonen Standard werden: eine regelmäßige Überprüfung der PV-Anlage. „Durch den neuen ‚E-CHECK PV-Anlagen’ sollen Mängel an PV-Anlagen frühzeitig erkannt und behoben werden“, erklärt Andreas Habermehl, Beauftragter für Photovoltaik beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Frankfurt/Main.
Der ZVEH hat soeben die neue „Richtlinie für die wiederkehrende Prüfung von Photovoltaikanlagen“ herausgegeben. Die 20-seitige Broschüre fasst alle Aspekte einer wiederkehrenden Prüfung von PV-Anlagen nach VDE 0126-23 und VDE 0105-100 zusammen und berücksichtigt die Vorgaben der Berufsgenossenschaft. Zudem erläutert sie die speziellen Prüfprotokolle. Den E-CHECK PV werden ausschließlich Innungsbetriebe der E-Handwerke anbieten, die einen entsprechenden Lehrgang gemacht haben. Der Pilotlehrgang startet im Herbst 2012.
E-CHECK PV und Photovoltaikanlagenpass ergänzen sich
„Der E-CHECK PV ist die sinnvolle Ergänzung des Photovoltaik-Anlagenpasses. Während dieser die Montage einer Photovoltaikanlage dokumentiert und die vorschriftsmäßige Erstmessung protokolliert, gewährleistet der E-CHECK PV die nötige Sicherheit und den einwandfrei laufenden Betrieb“, stellt Habermehl fest. Die E-Handwerke wollen damit die Qualitätsstandards bei der Errichtung und der Wartung von PV-Anlagen optimieren. Schließlich werde nicht jede Solaranlage von qualifizierten Fachleuten installiert, so Habermehl. Fehler und Mängel schon beim Aufbau seien daher nicht ausgeschlossen.
Anlagenbetreiber haftet für Zustand
Für den ordnungsgemäßen Zustand der PV-Anlage und den dazugehörenden elektrischen Betriebsmitteln ist der Betreiber verantwortlich. Die Gesamtanlage dient der Erzeugung, Verteilung und Anwendung elektrischer Energie. Der E-CHECK PV prüft auf der Grundlage dieser ZVEH-Richtlinie den Zustand der PV-Anlage oder den dazugehörenden elektrischen Betriebsmittel auf
- ihre Gebrauchs- und Funktionsfähigkeit,
- ihren ordnungsgemäßen, sicherheitstechnischen Zustand,
- Schutz gegen elektrischen Schlag,
- Schutz gegen elektrisch gezündeten Brand,
- Maßnahmen gegen Blitzeinwirkung und Überspannung,
- Energieeinsparung,
- Ertragszustand der PV-Anlage.
Schulungen ab Herbst 2012
Den E-CHECK PV anbieten können nur E-Handwerksbetriebe, die eine geeignete Schulung nachweisen. Die Schulung dauert einen Tag und umfasst zehn Unterrichtseinheiten. Dabei werden folgende Themen behandelt: „Normgerechtes Errichten und Prüfen von PV-Anlagen“, „Messtechnik, Fehlerdiagnose durch Kennlinienaufnahme und Thermographie“ sowie „Blitz- und Überspannungsschutz“. Die Kursteilnehmer lernen mit Hilfe verschiedener Diagnosemöglichkeiten und Messverfahren Fehler einzugrenzen und zu erkennen. Ebenso sind sie mit den typischen Ursachen für die Ertragsminderung bestehender Anlagen vertraut. Außerdem erhalten sie Kenntnisse, wie sie als Fachleute Kunden zur vorbeugenden Wartung und zur Fehlerbehebung informieren und beraten. Der Pilotlehrgang startet im Oktober 2012 im Elektro Technologie Zentrum Stuttgart (etz) und wird anschließend deutschlandweit von allen Schulungsstätten im ELKOnet Kompetenznetzwerk (» www.elkonet.de) und von innungsnahen Schulungsstätten angeboten.
Informationen zum Photovoltaik-Anlagenpass finden Sie unter » www.photovoltaik-anlagenpass.de
Die E-CHECK PV Richtlinie kann auf Wunsch gerne als PDF-Datei zugeschickt werden. Bitte per E-Mail anfordern bei » l.wille(at)zveh.de
Zum Download:
» Pressemitteilung
» Muster E-CHECK PV Plakette
» Titelseite und Inhaltsverzeichnis der Richtlinie zum neuen E-CHECK PV in Druckversion
Der ZVEH: Den elektro- und informationstechnischen Handwerken mit den drei Berufsgruppen Elektrotechniker, Informationstechniker und Elektromaschinenbauer gehören in Deutschland rund 74.700 Betriebe mit 468.300 Beschäftigten, davon über 39.200 Auszubildende, an. Der Jahresumsatz der Branche lag im Jahr 2011 bei 56,9 Milliarden Euro. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) vertritt die Interessen von 12 Landesverbänden mit ihren rund 370 Innungen.










