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2014

» ZVEH-Pressekonferenz auf der Light+Building, 31.03.2014 – Ingolf Jakobi

Statement

RA Ingolf Jakobi
Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich der ZVEH-Pressekonferenz
auf der Light+Building 2014,
am 31. März 2014 in Frankfurt/M.



Sehr geehrte Damen und Herren,

die E-Handwerke können die Light+Building in diesem Jahr besonders genießen: Sie wissen, dass ihre Auftragsbücher voll sind wie lange nicht und sie besitzen eine hervorragende Ausgangsposition für die Zukunft. Aber der Reihe nach:

Unsere 55.945 elektro- und informationstechnischen Handwerksbetriebe – also Elektrotechniker, Informationstechniker und Elektromaschinenbauer – erwirtschafteten in ihren 72.837 Betriebsstätten im Jahr 2013 einen Umsatz von rund 50,9 Milliarden Euro. Dafür sorgten 473.831 Beschäftigte, darunter 38.831 Auszubildende.

Lassen Sie mich Ihnen diese Zahlen erläutern: In diesem Jahr haben wir unsere Datenerhebung auf ein neues System umgestellt, das uns eine größere Verlässlichkeit garantiert. Wir greifen nun auf Daten des statistischen Bundesamts zurück, die auf einer Vollbefragung basieren und eine validere Datenbasis darstellen. Die Umsatzzahlen stammen aus Erhebungen der Finanzbehörden, die Beschäftigtenzahlen aus den Angaben der Agentur für Arbeit.

Vergleicht man die Umsätze 2013 in Höhe von 50,9 Milliarden Euro mit dem Wert aus dem Jahr 2012, so ist ein Rückgang von knapp 5,3 Prozent zu konstatieren. In absoluten Zahlen sind dies rund 2,8 Milliarden Euro. Hauptverantwortlich dafür ist der Rückgang des Zubaus von Photovoltaikanlagen – einem in den Vorjahren sehr ertragreichen Geschäftsfeld für die E-Handwerke. Er reduzierte sich 2013 von 7,5 auf 3,3 Gigawatt. Nimmt man nur den Materialwert dieser weniger installierten Anlagen ergibt sich ein Defizit von 4,6 Milliarden Euro – ohne Einrechnung der handwerklichen Installationsleistung! Dieser Rückgang ist begründet in den veränderten Förderkonditionen für Photovoltaikanlagen. Der Grund waren also politische Rahmenbedingungen.

Dieser Einschnitt musste verkraftet werden. Sieht man nun, dass der Gesamtumsatz der E-Handwerke „nur“ um 2,8 Milliarden Euro abgenommen hat, so wird deutlich: Den Betrieben ist es gelungen, die durch den Rückgang der Photovoltaikanlagen-Förderung bedingten Verluste in anderen Geschäftsbereichen teilweise zu kompensieren. Sie haben damit vielerorts die nötige Flexibilität gezeigt, um mit diesen schwierigen äußeren Umständen umzugehen.

Erschwert hat das Geschäftsjahr 2013 auch das schlechte Wetter im ersten Quartal. Aufgrund widriger Wetterbedingungen mit viel Regen, Schnee und Minustemperaturen wurden die Aktivitäten der E-Handwerke stark behindert. Im Verlauf des Jahres gelang es den Betrieben jedoch, die Einbußen teilweise zu kompensieren.

Dass E-Handwerke so krisenbeständig sind, hat mehrere Gründe. Einer davon ist die Auftragsverteilung: Zu gleichen Teilen – jeweils 38 Prozent – stammen die Umsätze aus Aufträgen von privaten Haushalten und der gewerblichen Wirtschaft gemacht. Hinzu kommen 13 Prozent von öffentlichen Auftraggebern sowie 11 Prozent von Wohnungsbaugesellschaften.

Die Zahlen der Betriebsstätten und der Mitarbeiter sind gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben.

Meine Damen, meine Herren,

diese Werte zeigen bereits, dass die E-Handwerke gut in der Spur sind, um den aktuellen Herausforderungen – vor allem im Zuge der Energiewende – zu begegnen. Was jedoch besonders erfreulich ist, ist ihre Einschätzung zu ihrer aktuellen und zukünftigen konjunkturellen Lage.

Die Geschäfte laufen hervorragend und wie Herr Hellmann bereits sagte: Die Auftragsbücher sind voll, so dass ein gesundes Polster für die nächsten Monate vorhanden ist. Das belegt die Frühjahrskonjunkturumfrage 2014 des ZVEH, deren Ergebnisse wir vor wenigen Tagen ganz frisch von unserem Kooperationspartner, dem Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen, auf den Tisch bekommen haben.

Ein Viertel (24,5 Prozent) der befragten 4.978 E-Handwerksbetriebe hat sich an der ZVEH-Konjunkturumfrage beteiligt. Wir freuen uns sehr über diese enorm hohe Rücklaufquote, die dazu führt, dass die ermittelten Ergebnisse einen wirklich repräsentativen Charakter haben.

93,8 Prozent der befragten Betriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage positiv, allein 53,5 Prozent – und damit mehr als die Hälfte – stimmten sogar für „gut“, die übrigen für „befriedigend“. Lediglich 6,2 Prozent votierten für „schlecht“. Der Geschäftsklimaindex stieg auf einen Wert von 73,7. Der Bestwert von 74 Punkten aus dem Jahr 2012 wurde damit nur knapp verfehlt.

Auch für die Zukunft sind die Betriebe optimistisch, gute Ergebnisse erzielen zu können: 19,4 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten sechs Monaten weiter verbessern wird. Im Frühjahr 2013 waren dies lediglich 13,2 Prozent. Die ganz überwiegende Mehrheit, nämlich fast drei Viertel der Betriebe beziehungsweise 73,1 Prozent, gehen davon aus, dass die erfreuliche Geschäftslage auf einem konstanten Niveau bleibt. Dieser Wert ist gegenüber 2013 quasi unverändert. Damals waren es 72,6 Prozent.

Bemerkenswert ist jedoch, dass die Zahl der skeptischen Betriebe, die von einer Verschlechterung ihrer konjunkturellen Situation ausgehen, deutlich zurückgegangen ist. Zählten hierzu 2013 im Frühjahr noch 14,2 Prozent, so sind aktuell nur noch 7,5 Prozent pessimistisch.

Die Werte zeigen eindrucksvoll, dass der eben erwähnte Umsatzrückgang keinesfalls überbewertet werden darf. Die Grundstimmung in den E-Handwerken ist absolut positiv. Es mangelt nicht an Aufträgen und die „Photovoltaik“-Delle konnte recht gut aufgefangen werden.

Meine Damen und Herren,

uns allen ist klar, dass diese guten Ergebnisse in der Zukunft nur dann Bestand haben können, wenn wir genügend qualifizierte Fachkräfte an Bord haben, um die Aufträge abzuwickeln. Derzeit fehlen in unseren Unternehmen rund 27.000 Elektrofachkräfte.

Der Fachkräftemangel ist seit Jahren ein Problem im Handwerk. Dies dokumentiert auch die aktuelle Ausbildungsbilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Daraus geht hervor, dass die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um 3,7 Prozent gesunken ist. Das Handwerk im Allgemeinen schneidet mit einem Rückgang von 3,5 Prozent nur unwesentlich über dem Durchschnitt ab.

Umso erfreulicher ist es, wenn man die Zahlen für das Elektrohandwerk unter die Lupe nimmt: Entgegen dem allgemeinen Trend haben in unserer Branche 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor einen neuen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Damit setzt sich die positive Entwicklung des Vorjahres fort.

Trotz dieser guten Entwicklung muss es das Ziel sein, künftig noch mehr Nachwuchskräfte für das Elektrohandwerk zu begeistern. Unser duales Ausbildungssystem, um das uns viele Länder beneiden, und die Meisterprüfung bieten dafür wertvolle Anreize. Sie sind die Grundlage dafür, dass es immer wieder gelingt, hochqualifizierte Experten in den E-Handwerken auszubilden, die die gefahrengeneigten Tätigkeiten zuverlässig und fachgerecht erledigen.

Doch es droht Ungemach aus Brüssel: Auf europäischer Ebene konkretisieren sich die Pläne, die eine Reduzierung der Berufsreglementierungen in den Mitgliedsstaaten zum Ziel haben. Im Herbst 2013 hat die EU-Kommission einen Evaluierungsprozess in Gang gesetzt, der die 41 meisterpflichtigen Gewerke der Anlage A zur Handwerksordnung – und damit auch die Elektrotechniker, die Informationstechniker und die Elektromaschinenbauer – betrifft.

Ohne dass es die Verantwortlichen so deutlich formulieren, haben sie vor allen Dingen den in Deutschland bestehenden Meistervorbehalt als Beschränkung der Dienstleistungsfreiheit in den Fokus genommen. Von vielerorts zu hörenden Sympathiebekundungen für den Meisterbrief darf man sich nicht täuschen lassen: Diese Unterstützung bezieht sich nur auf den Erhalt der freiwilligen Meisterprüfung – nicht jedoch auf den Meistervorbehalt, der besagt, dass gewisse Tätigkeiten eben nur mit meisterlicher Qualifikation ausgeübt werden dürfen.

Die Bundesregierung hat bereits reagiert. Ebenso wie der Bundesrat hat sie sich klar positioniert und in Stellungnahmen aufgezeigt, dass die Annahme nicht haltbar ist, dass sich Zugangsbeschränkungen generell negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene ist noch im Bewusstsein, dass eine vergleichbare Maßnahme, nämlich die HwO-Novelle 2004, vor allem negative Effekte mit sich gebracht hat.

So hat beispielsweise die Qualifikation der Betriebsgründer in den B1-Handwerken, also den zulassungsfreien Handwerken, seit 2004 deutlich abgenommen. Die Zahl der Meisterprüfungen ist von 74,2 Prozent auf 17,7 Prozent zurückgegangen. Auch die Überlebensrate von neu gegründeten Betrieben ist nach der Deregulierung kontinuierlich auf rund 45 Prozent gesunken ist, während die meisterpflichtigen A-Handwerke bei circa 70 Prozent stabil geblieben sind.

Zudem hat die Ausbildungsleistung nach der HwO-Novelle einen Einbruch erlitten. Während vor 2004 über 30 Prozent der Gründer von B1-Betrieben mindestens einmal einen Lehrling ausgebildet haben, liegt der Wert seitdem nur noch bei rund 5 Prozent.

Der Meisterbrief ist somit ein Garant für eine gute Ausbildungsleistung und sollte dies auch bleiben. Er trägt dazu bei, dass wir in Deutschland derzeit eine recht geringe Jugendarbeitslosigkeit von 8 Prozent haben. Der EU-Durchschnitt liegt hier bei 23 Prozent.

Der ZVEH setzt sich deshalb in enger Abstimmung mit dem ZDH dafür ein, dass die Anti-Meistervorbehalt-Pläne aus Brüssel nicht Realität werden. Gerade im Vorfeld der Europawahlen ist es wichtig, hier mit einheitlicher Stimme aufzutreten.

Der ZDH hat dafür einen Faktenflyer entwickelt, der die wichtigsten Argumente pro duale Ausbildung, Meisterbrief und Meistervorbehalt zusammenfasst. Außerdem hat er vor wenigen Tagen auf seiner Vollversammlung eine Resolution mit dem Titel „Deutsche Meister. Starkes Europa“ verabschiedet, die ebenfalls diesen Zweck verfolgt.

Meine Damen und Herren,

eine ganze Reihe von Informationen haben Ihnen Herr Hellmann und ich nun schon liefern dürfen. Was bleibt als Fazit? Die E-Handwerke und wir als ihre Interessenvertretung stehen vor einigen reizvollen, spannenden und teilweise natürlich auch schwierigen Herausforderungen. Das Mammutprojekt Energiewende – um nur das prominenteste Beispiel zu nennen – wird uns noch viele Jahre in Atem halten. Aber – und das sollte Mut für alle zukünftigen Aufgaben machen: Die grundsolide und erfreuliche Geschäftsbasis der Betriebe, die europaweit geschätzte Qualität ihrer Arbeit sowie die Flexibilität, mit der kleine und mittelständische Betriebe immer wieder die bevorstehenden Herausforderungen angehen, lässt uns als Verband sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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» ZVEH-Pressekonferenz auf der Light+Building, 31.03.2014 – Lothar Hellmann

Statement

Dipl.-Ing. Lothar Hellmann
Vizepräsident des Zentralverbands der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich der ZVEH-Pressekonferenz
auf der Light+Building 2014,
am 31. März 2014 in Frankfurt/M.



Meine sehr geehrten Damen und Herren,

gestern erfolgte der Anpfiff, jetzt rollt der Ball und das Spiel befindet sich von Anfang an auf einem extrem hohen Niveau! So oder ähnlich würden vermutlich Fußballreporter den Start der Light+Building kommentieren. Doch lassen Sie es mich „übersetzen“: Am Sonntag hat die Messe hier in Frankfurt wieder ihre Pforten geöffnet, in den Hallen herrscht reges Treiben und die Stände und Präsentationen werden von Veranstaltung zu Veranstaltung hochkarätiger.

Der eine oder andere von Ihnen wird sich davon schon selbst ein Bild gemacht haben. Um in der Fußballersprache zu bleiben: Die Light+Building ist nun mal die Champions League für alle Branchen, die mit Licht und moderner Gebäudetechnik zu tun haben. Wir sind stolz, dass die E-Handwerke ein Teil dieser Liga sind. Ja mehr sogar: Sie spielen in der Spitzengruppe mit, nicht zuletzt weil sie wohl auch in diesem Jahr wieder die größte homogene Besuchergruppe stellen werden. Zur Erinnerung: 2012 kamen rund 40.000 Vertreter der E-Handwerke – und damit rund 20 Prozent der Gesamtbesucher – hier in Frankfurt zusammen. Wir sind zuversichtlich, diese Zahl auch 2014 erreichen oder sogar steigern zu können.

Warum die E-Handwerke derzeit so hervorragend aufgestellt sind und voller Optimismus die Light+Building angehen können, wird Ihnen gleich ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi ausführlich anhand der aktuellen Branchenzahlen und den Ergebnissen unserer Konjunkturumfrage erläutern.

Lassen Sie mich vorab aber skizzieren, wie sich die elektro- und informationstechnischen Handwerke auf der Light+Building in diesem Jahr präsentieren und in welchem politischen Rahmen wir uns in Deutschland derzeit bewegen.

Die Kernthemen an unserem Gemeinschaftsstand der E-Handwerke in Halle 8.0, Stand J60/K62 sind in diesem Jahr Energieeffizienz und Energiemanagement. Sie korrespondieren unmittelbar mit dem Motto der diesjährigen Messe „Explore Technology for Life – die beste Energie ist die, die nicht verbraucht wird“.

Mit diesem Motto steht die Veranstaltung ganz im Zeichen eines der größten politischen, wirtschaftlichen, ökologischen aber auch gesellschaftlichen Themen unserer Zeit: der Energiewende. Diese wird nur dann Erfolg haben, wenn es gelingt, die Energieeffizienz erheblich zu steigern und die Energie aus erneuerbaren Quellen stärker in den Markt zu integrieren.

Wie das funktionieren kann und welche Möglichkeiten gleichzeitig jeder Einzelne hat, zum Gelingen des Mammutprojekts Energiewende beizutragen, demonstrieren wir am Beispiel unseres E-Hauses. Sie kennen das Modellhaus mit seiner Grundfläche von 100 Quadratmetern schon aus den Vorjahren, doch die aktuelle Ausgabe präsentiert sich pünktlich zur Light+Building in einem vollkommen neuen Gewand.

Ich lade Sie herzlich ein, die zahlreichen Funktionen des Hauses persönlich bei einer Führung am Gemeinschaftsstand der E-Handwerke in Augenschein zu nehmen. Doch lassen Sie mich hier schon vorab einige Details herausheben, die das E-Haus auszeichnen und die deutlich machen, wie die Energiewende in den eigenen vier Wänden funktionieren kann.

Der Schlüssel dazu liegt in der dezentralen Energieproduktion für den Eigenverbrauch kombiniert mit einer ausgeklügelten Haus- und Gebäudetechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Entwicklung von maßgeschneiderten Lösungen in diesem Segment ist die Domäne der E-Handwerke. Unsere Fachkräfte genießen als Energiemanager bei ihren Kunden großes Vertrauen und haben das notwendige Know-how, um individuell passende Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen.

Dabei können Sie sowohl Privatverbrauchern als auch gewerblichen Betrieben weiterhelfen. Schließlich haben die Unternehmen ebenso ein Interesse daran, ihre Energiebilanz zu verbessern. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Seien es kleinere Solar- und Windkraftanlagen für den Eigenverbrauch, moderne Speicherlösungen zum Zwischenpuffern der gewonnenen Energie, Wärmepumpen oder auch moderne LED-Beleuchtungskonzepte vom Wohnzimmer bis hin zur Industriehalle – die E-Handwerke bieten alle diese Lösungen aus einer Hand an.

Meine Damen, meine Herren,

die Effizienz zu steigern und Energie einzusparen ist nur die eine Seite der Medaille. Sie ist für sich genommen schon sehr attraktiv. Denn eine Verbesserung der Energiebilanz ist auch häufig verbunden mit einer nicht unwesentlichen Kostenersparnis und – zumindest im Falle der selbst erzeugten Energie – mit einer größeren Unabhängigkeit von den öffentlichen Versorgungsunternehmen.

Doch die andere Seite der Medaille ist nicht minder interessant: Im intelligent vernetzten Haus, dem Smart Home, lassen sich vor allem auch Komfort und Sicherheit steigern. Beispiele hierfür finden Sie im E-Haus zu genüge. Seien es automatisch abdunkelbare Fenster, Kühlschränke, die Fotos von ihrem Inhalt machen und an den Besitzer versenden, ferngesteuerte Alarmanlagen oder auch elektrische Geräte, die sich dann einschalten, wenn der Strom am günstigsten ist. Der technischen Vielfalt sind keine Grenzen gesetzt.

Über allem steht dabei auch der Gedanke, den Menschen bis ins hohe Alter hinein einen Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Das Stichwort hierzu lautet „generationenübergreifendes Wohnen“. Die Verknüpfung der dafür benötigten Smart-Home-Funktionen mit dem intelligenten Stromnetz – dem Smart Grid – ist die Spezialität der E-Handwerke.

Unsere Fachkräfte bringen sowohl auf der energietechnischen Seite als auch im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) die Expertise mit, um passende Lösungen zu installieren. Durch ihre örtliche Nähe zum Kunden im gesamten Bundesgebiet, ihren persönlichen Service und ihre Flexibilität sind sie großen Konzernen, die auch in den Markt der Heimautomatisierung dringen, einen Schritt voraus.

Als Dachorganisation der E-Handwerke sehen wir es als eine wichtige Aufgabe an, diesen Vorteil weiter auszubauen. Daher bieten wir entsprechende Schulungsmaßnahmen an, unter anderem die Fortbildung zum Gebäudesystemintegrator.

Es lohnt sich, auf die E-Handwerke zu vertrauen. Sie leisten seit vielen Jahren ausgezeichnete Arbeit. Ihr fachliches Können hat nicht zuletzt dazu geführt, dass „E-Handwerk made in Germany“ weltweit ein anerkanntes Qualitätssiegel ist.

Damit dies so bleibt, muss der politische Rahmen stimmen. Die wichtigsten Stellschrauben werden seit der Bundestagswahl im vergangenen September im neuen „Superministerium“ gedreht. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat seitdem explizit auch das Thema Energie in der Zuständigkeit seines Ressorts. Er ist damit der „Energiewendeminister“. Wir begrüßen die Zuordnung des Themenfelds Energie zum Bundeswirtschaftsministerium, denn sie sorgt für klare und weitreichende Kompetenzen in energiepolitischen Fragen.

Es ist nun an in erster Linie an Herrn Gabriel, die Weichen richtig zu stellen. Sein Eckpunktepapier zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) enthält einige Punkte, die wir seitens der E-Handwerke befürworten. So unterstützen wir gerne alle Maßnahmen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern und die dazu beitragen, die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung zu erhöhen.

Meine Damen, meine Herren,

wesentlich für die Akzeptanz dieses Projekts ist unter anderem eine Stabilisierung der Strompreise. Die Energiekosten dürfen im Zuge der Marktintegration der erneuerbaren Energien nicht unverhältnismäßig steigen. Dies können wir erreichen, indem wir die dezentrale Energieversorgung weiter stärken. Doch dafür sind Anreize unverzichtbar: So darf der Verbrauch von selbst erzeugtem Strom nicht mit unangemessenen Kosten belastet werden, etwa über die EEG-Umlage.

Experten die dies fordern, etwa mit dem unzutreffenden Argument der „Entsolidarisierung“, erreichen genau das Gegenteil: Sie bestrafen diejenigen, die mit ihren privaten Kleinanlagen zum Gelingen der Energiewende beitragen wollen!

Für die E-Handwerke sind diese Anlagen und die damit kombinierbaren Speicherlösungen, wie bereits erwähnt, ein sehr wichtiges Geschäftsfeld. Viele mittelständisch geprägte Betriebe haben ihr Angebot darauf ausgerichtet und bereits einen beachtlichen Beitrag zur Energiewende geleistet. Es wäre höchst fahrlässig, diesen florierenden Wirtschaftszweig zu beschneiden.

Außerdem dürfen die Fördermechanismen für erneuerbare Energien nicht generell abgeschafft werden, auch wenn die über einige Jahre praktizierte „Überförderung“ natürlich reformiert werden muss. Für Kleinanlagen, die maximal eine Leistung von 100 Kilowatt erbringen, sollte es jedoch mit Hilfe einer Bagatellgrenze bei den existierenden Mechanismen bleiben.

Um die Marktfelder für handwerklich-mittelständische Betriebe offen zu halten, muss zudem der bürokratische Aufwand überschaubar bleiben. Privaten Kleinerzeugern ist es nicht zuzumuten, ihre vergleichsweise geringen Strommengen selbst zu vermarkten oder an Ausschreibungen teilzunehmen. Dies ist nur für größere Stromproduzenten eine sinnvolle Regelung.

Die Politik sollte diese Gedanken berücksichtigen, wenn der in erfreulichem Maße in Gang gekommene Markt der dezentralen Energieversorgung und die Steigerung des Eigenverbrauchs gewährleistet bleiben sollen.

Meine Damen, meine Herren,

dies ist nur eine von vielen politischen Herausforderungen, denen wir im Moment gegenüberstehen. Herr Jakobi wird Ihnen gleich noch aufzeigen, welche weiteren Aufgaben derzeit gerade auch auf europäischer Ebene auf uns warten.

Doch zum Abschluss meiner Ausführungen möchte ich Ihnen noch eine Premiere ans Herz legen, die perfekt zum Schwerpunktthema der diesjährigen Light+Building passt: In rund zwei Stunden, um 13:15 Uhr, wird der ZVEH in Kooperation mit dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) erstmals den Energieeffizienzpreis verleihen.

Wir prämieren damit in den beiden Kategorien Wohnbau und Zweckbau technisch innovative Projekte im Bereich der Energieeffizienz in Gebäuden. Im Fokus stehen die Anwendung internationaler Standards für Haus- und Gebäudesystemtechnik und der Beitrag der Gebäudesteuerung zur Energieeffizienz.

Sie sind herzlich zur Preisverleihung am Gemeinschaftsstand der E-Handwerke in Halle 8.0, J60/K62 eingeladen. Die siegreichen E-Handwerksbetriebe erhalten eine Geldprämie und können wie alle Nominierten – insgesamt sind es neun – ihre Projekte während der Messe an einem Sonderstand in Halle 9.0, B30 ausstellen, und ihre Innovationen den zahlreichen Besuchern präsentieren. Schauen Sie dort gerne vorbei.

Auch auf zwei weitere Highlights möchte ich Sie kurz aufmerksam machen: Um 14 Uhr unterzeichnen an unserem Stand zwei E-Markenpartner ihre Verträge: Während es sich bei Doepke um einen neuen Partner handelt, wird die bewährte Partnerschaft mit der Vertriebsgesellschaft Hager nach der Fusion mit Berker und Elcom auf neue Füße gestellt.

Und um 17:30 Uhr beginnt unser Partnertreff, den wir seit vielen Jahren am Messemontag mit mehreren hundert Gästen auf der Light+Building veranstalten. Ich würde mich freuen, Sie bei diesen Events und – wenn Sie mögen – auch an allen weiteren Tagen der Light+Building bei uns begrüßen zu dürfen.

Bei aller Arbeit – genießen Sie auch ein wenig die Veranstaltung. Sie hat wirklich Einiges zu bieten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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2013

» ZVEH-Pressegespräch auf der IHM, 07.03.2013 – Walter Tschischka

Statement

Dipl.-Ing. Walter Tschischka
Präsident des Zentralverbands der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich des Pressegesprächs des ZVEH auf der IHM
beim 3. Medientag der Internationalen Handwerksmesse
am 7. März 2013 in München



Sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich, nach 2011 heute erneut auf dem Medientag der IHM für die E-Handwerke zu sprechen. Ich kann mich noch sehr genau erinnern, als wir vor zwei Jahren anlässlich des ersten Medientags auf der IHM hier an gleicher Stelle zusammensaßen. Alle standen wir unter dem Eindruck der fürchterlichen Katastrophe in Japan, die sich am 11. März 2011 ereignete. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir ahnen, dass der Super-Gau Folgen für die Atompolitik auch in Deutschland haben würde. Aber wir hatten noch keine Vorstellung von den weitreichenden Entscheidungen, die die Bundesregierung wenige Wochen später treffen würde und damit die Energiewende, von der wir heute sprechen, einläutete. Und gerne würde ich Ihnen heute von den zahlreichen Projekten berichten, die wir seitdem verwirklicht haben. Aber es gibt diese vielen Projekte leider nicht, die Energiewende kommt nur holpernd und stolpernd voran. Bevor ich aber auf die aktuellen Themen eingehe, die die E-Handwerksbetriebe heute bewegen, erlauben Sie mir einen Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage zu werfen, in der wir uns bewegen.

Die Geschäfte der 74.663 Betriebe in den elektro- und informationstechnischen Handwerken liefen im vergangenen Jahr besonders gut. Laut den Hochrechnungen verbesserte sich der Umsatz um 3,7 Prozent auf knapp 59 Milliarden Euro. Die überdurchschnittliche Auslastung der Unternehmen hat sich auch auf die Beschäftigtensituation ausgewirkt, im Vergleich zum Vorjahr haben die Betriebe wieder mehr Mitarbeiter. Die E-Handwerke beschäftigten im Jahr 2012 insgesamt 472.254 Menschen. Dazu gehören auch 39.220 Lehrlinge.
Die klassische Installation elektrischer Anlagen wird natürlich von der wachsenden Bautätigkeit beflügelt. Den höchsten Anteil am Umsatz haben die Installationen in Altbauten – also in der Renovierung – und im Neubau. Die gewerbliche Wirtschaft ist mit einem Anteil von einem Drittel unverändert der stärkste Auftraggeber. Der Anteil privater Auftraggeber macht inzwischen aber auch über 30 Prozent aus. Wohnungsbaugesellschaften und öffentliche Hand halten sich mit jeweils knapp 18 Prozent die Waage.

Die E-Handwerke sind mit einer soliden Basis in das Jahr 2013 gestartet. Wir erwarten aus heutiger Sicht für das erste Halbjahr keinen Einbruch und gehen für das Gesamtjahr von einem ähnlichen Geschäftsverlauf wie im Vorjahr aus. Zu befürchten ist allerdings, dass durch den Wahlkampf politische Entscheidungen auf die lange Bank geschoben werden. Wir müssen damit rechnen, dass auch weiterhin keine steuerlichen Anreize für die energetische Gebäudesanierung geschaffen werden und dadurch wichtige Impulse für die Binnenkonjunktur fehlen.

Aktuell beschäftigen sich die Unternehmen der E-Handwerke u. a. mit folgenden Themen und neuen Entwicklungen:

  • Energieeffizienz,
  • Energiemanagement – Energieberatung,
  • Dezentrale Energieversorgung zum Beispiel mit PV-Anlagen,  Kleinwindanlagen, Kraftwärmekopplung,
  • Eigenverbrauch, unterstützt von Speichern,
  • Heim- und Gebäudevernetzung, Intelligentes Haus,
  • Multifunktionales Wohnen – Technik gestütztes Wohnen im Alter,
  • Informations- und Kommunikationstechnik,
  • Beleuchtung mit LED und
  • Multimedia.


Die E-Handwerke profitieren bei ihren Tätigkeiten und ihrem Auftritt von einem guten Ansehen bei ihren Kunden. Denn laut der jüngsten „Vertrauens-Umfrage“ der Gesellschaft für Konsumforschung vertrauen die Deutschen von allen Wirtschaftsbranchen am meisten dem Handwerk. 87 Prozent sprechen der Wirtschaftsgruppe Handwerk im Branchenvergleich ihr Vertrauen aus. Die Energieversorger dagegen rangieren an achter Stelle und erscheinen nur 51 Prozent der Verbraucher vertrauenswürdig.

Die Energiewende kann aus meiner Sicht indes nur gelingen, wenn der Funke auf die Menschen überspringt. Derzeit vermittelt uns die Bundesregierung aber verstärkt negative Nachrichten: Die Strompreise steigen und damit die Lebenshaltungskosten. Damit die Energiewende endlich an Fahrt gewinnt, muss die Bundesregierung Anreize schaffen, damit alle etwas davon haben.

Ein Wechsel des Stromanbieters ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein und die jüngst von den Ministern Altmaier und Rösler vorgeschlagene „Strompreis-Bremse beim Ausbau der Erneuerbaren Energien“ scheint mir eher eine „Effektrakete“ im Wahlkampf zu sein. Denn für das Gelingen der Energiewende bedarf es weit mehr Schritte – statt eines Bremsmanövers ist vielmehr ein konkretes Beschleunigungsprogramm angesagt! Die Bundesregierung hat es aus Sicht der E-Handwerke bisher sträflich versäumt, die Schlüsseltechnologie, die wir für die Energiewende brauchen, zu stärken. Es fehlen bis heute gezielte politische Impulse

  • für die sinnvolle Nutzung regenerativer Energien durch Energiemanagement,
  • für den Eigenverbrauch und die dringend nötige Energiespeicherung
  • und für mehr Energieeffizienz.


Einfluss auf die Strompreise kann der Staat nicht allein durch eine verordnete Bremse nehmen. Er sollte vielmehr den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom aus regenerativen Quellen attraktiver machen. Denn erst eine dezentrale Energieversorgung mit den entsprechenden Speichermöglichkeiten macht die Kunden von den Strompreisen wirklich unabhängig. Dazu kommt der positive Nebeneffekt: Ein erhöhter Eigenverbrauch führt ganz automatisch zu einer geringeren Einspeisevergütung und somit zu einer Entlastung der EEG-Umlage.

Der ZVEH begrüßt grundsätzlich die Bemühungen der Bundesregierung, den Strompreis stabilisieren zu wollen. Sowohl für Privathaushalte als auch für das Gewerbe muss elektrische Energie weiterhin erschwinglich sein, denn Stromanwendungen bilden das Rückgrat für das Funktionieren der heutigen Gesellschaft. Die Bundesregierung darf jetzt nicht das ohnehin angeschlagene Vertrauen in die Energiewende weiter gefährden.

Bei den vielen verschiedenen Novellen der Sätze über die Einspeisevergütung hat sich der ZVEH jeweils vehement dafür eingesetzt, die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Unser Credo lautet: Die Photovoltaik muss langfristig markttauglich sein, sonst bietet sie keine echte Alternative für die Stromgewinnung. In Zukunft müssen die Rah-menbedingungen für die Förderung der Photovoltaik so gesetzt werden, dass dezentrale Erzeugungsanlagen hauptsächlich für den Eigenver-brauch genutzt werden.

Der ZVEH kann es deshalb nicht verstehen, dass das von der Bundesregierung geplante Solarspeicherprogramm laut jüngster Informationen jetzt wieder gestoppt wird. Solarspeicher stellen eine Schlüsseltechnologie für die Versorgung von Gebäuden mit regenerativ erzeugtem Strom dar. Mit ihnen kann das schwankende Angebot der Sonnenenergie gleichmäßig verteilt und angepasst an den individuellen Bedarf zur Verfügung gestellt werden. Der lokale Eigenverbrauch von Solarstrom lässt sich so erheblich steigern. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass dadurch die Netze entlastet werden.

Damit besonders die vorhandenen PV-Module in Schuss bleiben, setzt sich der ZVEH beispielsweise mit dem neuen E-CHECK für Photovoltaikanlagen besonders dafür ein, dass in die Jahre gekommene Anlagen auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Sonne, Wind und Wetter hinterlassen ihre Spuren, der Ertrag geht zurück, Verschleiß macht sich bemerkbar. Eine schadhafte PV-Anlage kann zur Gefahr für Menschen, Tiere und die Umgebung werden. Durch den neuen E-CHECK PV sollen Mängel an PV-Anlagen frühzeitig erkannt und behoben werden. Den E-CHECK PV werden ausschließlich Innungsbetriebe der E-Handwerke anbieten, die einen entsprechenden Lehrgang gemacht haben.

Das Gelingen der Energiewende hängt von vielen Faktoren ab. Mit innovativen Techniken meine ich auch Kleinwindkraftanlagen und immer effizienteren Kraftwärmekopplungssystemen. Für diese Anlagen haben die E-Handwerke die Umsetzungskompetenz für die Energiewende. Das gilt genauso für Elektro-Speicherheizung, die hoffentlich bald als „Grüne“ Speicherheizung eine neue Blütezeit erleben wird. Denn eines ist klar: Ein Zentralschlüssel für die Energiewende heißt Energiespeicherung. Energie zu speichern muss erschwinglich werden, damit die Energiewende in Schwung kommt.

Und dass das alles nicht leere Worthülsen sind, zeigen wir Ihnen hier auf der IHM mit konkreten Vorschlägen für Ihr Zuhause. Am Gemeinschaftsstand des Bundeswirtschaftsministeriums in Halle A4 demonstrieren wir unter dem Motto „Hausgemacht und selbst verbraucht: Waschen mit Strom vom Dach oder vom eigenen Windrad!“, wie dezentrale Energieversorgung im Alltag funktionieren kann: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und das Windrad im Garten produzieren Strom aus regenerativen Energiequellen. Sobald Sonnenschein angekündigt ist, startet ein Energiemanager die Waschmaschine. Und wenn der gewonnene Strom gerade nicht gebraucht wird, speichert ihn der Energiemanager in einer Batterie.

Damit die dezentrale Energieversorgung richtig funktioniert, brauchen wir Vernetzung und Kommunikation. Knackpunkt für den breiten Erfolg der Intelligenten Vernetzung ist noch immer die fehlende „Interoperabilität“ der verschiedenen Systeme. Alle Beteiligten arbeiten derzeit daran, Schnittstellen zu etablieren, über die die Anlagen, Geräte und Produkte miteinander kommunizieren, um dann aufeinander abgestimmt zu handeln. Gebäude zu automatisieren und Haustechniksysteme zu vernetzen, so dass sie ihrem Nutzer in jeder Lebenssituation höchsten Komfort, maximale Sicherheit und größte Energieeffizienz bieten, ist in jedem Fall Maßarbeit. Produkte und Leistungen müssen individuell aufeinander abgestimmt sein. Plug&Play-Angebote aus dem Baumarkt können nur Teilbereiche abdecken und in keinem Fall die hohen persönlichen Anforderungen erfüllen, die an ein Smart Home gestellt werden.

Dabei stellen sich die E-Handwerke darauf ein, dass die Funktechnik Einzug hält. Denn zukünftig werden Steuersignale drahtlos übertragen werden, kabelgebunden wird nur noch die Energieübertragung bleiben.

In der Sonderschau E-Haus der E-Handwerke, die der ZVEH gemeinsam mit Industriepartner auf unterschiedlichen Fach- und Endverbrauchermessen zeigt, wird praxisnah dargestellt, was heute technisch in einem Gebäude möglich ist und welcher Nutzen sich für den Kunden ergibt. Die Themenschwerpunkte dort spiegeln auch die zukünftigen Betätigungsfelder der E-Handwerke wider. À propos: Aus diesem E-Haus stammt auch das Modul, das wir am Stand des Bundeswirtschaftsministerium zeigen. Neben Lösungen zur Energiewende bilden besonders Themen zum multifunktionalen, generationenübergreifenden Wohnen, zur Beleuchtungstechnik – LED und OLED – und auch Bedienkonzepte via Tablet PC und Smart Phone wesentliche Schwerpunkte. Zusammengefasst kann man das auf den Punkt bringen: vom Elektroinstallateur zum Gebäudesystemintegrator.

Der Schlüssel für alle Systeme liegt natürlich bei den Informations- und Kommunikationstechniken. Sie machen die Kommunikation erst möglich. Immer größere Datenmengen werden transportiert und ausgetauscht. Dafür sorgen unter anderem die Lichtwellenleitertechnik: Glasfaser sind derzeit die stabilste und sicherste Form für die Übertragung großer Datenmengen. Auf der Grundlage der bisherigen Entwicklung rechnen Experten damit, dass die Kerninfrastruktur des Internets im Jahr 2015 etwa schon zehnmal so viele Daten bewältigen muss wie 2010, und im Jahr 2020 soll der Verkehr 100 mal so groß sein wie zehn Jahre zuvor. Wirtschaft und Politik werden in den kommenden Jahren folgerichtig enorme Anstrengungen unternehmen, um den Auf- und Ausbau leistungsfähiger Breitbandnetze in Deutschland flächendeckend voranzutreiben. Damit einher geht ein technologischer Übergang von Kupferleitungen auf glasfaserbasierte Netze. Ein erfolgreicher Glasfaserausbau kann allerdings nur mit gut ausgebildeten Fachkräften gelingen. Die Fachleute sind sich einig darüber, dass in allen elektro- und informationstechnischen Berufen die grundlegenden Kompetenzen rund um die Lichtwellenleiter-Technologie in der Ausbildung vermittelt werden sollten. Gemeinsam mit einer Fokusgruppe beim Bundeswirtschaftsministerium arbeitet der ZVEH mit den führenden Branchenverbänden an der Implementierung der speziellen Kenntnisse in der Ausbildung.

Den E-Handwerken geht in der kommenden Zeit die Arbeit so schnell nicht aus. Um die vielen Aufgaben zu meistern, brauchen wir engagierte und motivierte junge Menschen. Um den akut bestehenden Fachkräftemangel zu lindern, wurde durch die Bundesregierung das Qualifizierungsanerkennungsgesetz initiiert. Es soll dafür sorgen, dass Fachkräfte aus dem Ausland mit ihren vorhandenen Qualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Offensichtlich sind bei den Anwärtern die elektrotechnischen Berufe besonders attraktiv, denn für keine andere Handwerkssparte liegen so viele Anträge vor, wie für die E-Handwerke. Das unterstreicht einerseits die Attraktivität unserer Branche. Andererseits muss ich als Fachmann aber auch darauf hinweisen, dass das Anerkennungsgesetz nicht dazu führen darf, dass Berufstätige mit zu geringer Qualifikation in den gefahrengeneigten Berufen der E-Handwerke eingegliedert werden. Entsprechende Anerkennung darf also nur ausgesprochen werden, wenn tatsächliche die nötigen Qualifikationen vorliegen.

Zugleich tun wir alles, um im eigenen Land geeignete Arbeitskräfte zu gewinnen. Diese sprechen wir mit der Nachwuchskampagne E Zubis.de an, die auf allen heute denkbaren Kanälen läuft. Offene Ausbildungsplätze sind über Facebook und Twitter publiziert und in diesen Tagen stellen wir ein Redaktionsteam junger E-Handwerker zusammen. Sie berichten darüber, warum sie ihren Beruf spannend finden.

Mit Blick auf die Gesamtsituation haben die E-Handwerke gut daran getan, vor fünf Jahren ihr Erkennungszeichen zu modernisieren und eine neue moderne Marke etabliert zu haben. Die E-Marke ist für Verbraucher und Kunden leicht erkennbar und gut identifizierbar. Inzwischen ist das gelbrote Markenzeichen in der Öffentlichkeit gut vertreten, mehr als 6.300 Mitgliedsbetriebe sind damit unterwegs. Zusätzlich setzen knapp 50 Partner aus Industrie, Großhandel und der Dienstleistungsbranche als E-Markenpartner auf die Kraft der Marke. Wir sind als Initiatoren mit diesem Zwischenergebnis mehr als zufrieden und arbeiten weiter daran, das Image unserer Betriebe in der Öffentlichkeit zu verbessern.

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2012

» ZVEH-Pressekonferenz auf der Light+Building, 16.04.2012 – Ingolf Jakobi

Statement

RA Ingolf Jakobi
Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich der Pressekonferenz des ZVEH
auf der Light+Building 2012
am 16. April 2012 in Frankfurt/Main



Sehr geehrte Damen und Herren,
selten zuvor war die Stimmung vor einer Light+Building so positiv wie in diesem Frühjahr. Das Geschehen in den elektro- und informationstechnische Handwerksbetrieben ist ein Spiegel der stabilen Binnenkonjunktur. Die gute Lage schlug sich in den Umsatzergebnissen für das Jahr 2011 aller drei Zweige - Elektrotechnik, Informationstechnik und Elektromaschinenbau - nieder. Nach den Erhebungen des ZVEH hat sich der Umsatz der 74.663 Betriebe im Jahr 2011 um 5,7 Prozent auf 56,9 Milliarden Euro erhöht. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 1,1 Prozent auf 468.299.

Zu den Beschäftigten gehören rund 39.200 Auszubildende in den sieben Ausbildungsgängen der elektro- und informationstechnischen Handwerke. Im Jahr 2011 wurden 12.843 neue Ausbildungsverträge in den Berufen der E-Handwerke abgeschlossen. Damit rangieren die E-Handwerke an zweiter Stelle bei der Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Gesamthandwerk. Zu den beliebtesten Berufen gehören die Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik – die Zahl der in diesem Beruf neu abgeschlossenen Lehrverträge erhöhte sich im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent.

Die günstige Gesamtkonjunktur wirkte sich vor allem auf die Unternehmen der Elektrotechniker aus, deren Umsätze um 6,1 Prozent wuchsen. Einerseits läuft das Geschäft mit klassischen Elektroinstallationen rund, andererseits wächst die Nachfrage nach energieeffizienten Häusern und intelligenten Gebäudesteuerungen. Zugleich befand sich der Photovoltaik-Boom 2011 noch in voller Blüte, er bescherte vielen E-Betrieben gut gefüllte Auftragsbücher.

Eine nachhaltige Geschäftsbelebung erfuhren 2011 auch die Betriebe der Informationstechniker, ihr Umsatz erhöhte sich um 2,4 Prozent. In diesem Bereich hat sich sicher die Auftragswelle niedergeschlagen, die sich aus der Abschaltung der analogen Satellitenübertragung ergibt. Bis zum 30. April 2012 – dem offiziellen Termin der Abschaltung – haben diese Betriebe noch einen extremen Auftragsstau durch die Umrüstung der Sat-Schüsseln. Aber auch danach erwarten wir einen weiteren günstigen Geschäftsverlauf: Schließlich steigt auch die Nachfrage nach immer mehr Vernetzung, Beratung und Installation digitaler Geräte und Systeme im Büro und zuhause.

Als kontinuierlich erweist sich auch der Aufschwung bei den Elektromaschinenbauern, deren Umsatz im vergangenen Jahr ein Plus von 4,9 Prozent erreichte. In diesem Bereich profitiert das heimische Handwerk besonders von der überwiegend noch stabilen Konjunktur in der produzierenden Industrie und im Export.

Wie es aktuell aussieht, haben die Unternehmer die Stimmung aus dem äußerst positiven Jahresabschluss auf das erste Quartal 2012 übertragen. Bei der Frühjahrsumfrage des ZVEH berichtete über die Hälfte der Unternehmen in den E-Handwerken, dass die Geschäfte gut laufen und solide Auftragspolster fürs nächste Halbjahr vorhanden sind. Kurz: Im Frühjahr 2012 herrscht beste Laune in den E-Handwerken!

Das Spitzenergebnis der Frühjahrskonjunkturumfrage des ZVEH bricht alle Rekorde: 94 Prozent der befragten E-Betriebe beurteilten ihre Geschäftslage positiv mit den Noten „befriedigend“ oder „gut“. Das treibt den Geschäftsklimaindex auf den historischen Höchststand von 74 Punkten. Vor einem Jahr lag er noch bei 68 Punkten, und das war auch kein schlechter Wert. Die Stimmung ist in den Betrieben im Osten nahezu genauso gut wie im Westen.

Diese außergewöhnlich guten Resultate decken sich mit denen vergleichbarer Frühjahrsuntersuchungen zum Beispiel der Vereine Creditreform, die ebenso ungekannte Bestmarken melden. Ebenso beobachtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ein ungebrochen hoch motiviertes Konsumverhalten bei den Verbrauchern – das kommt auch den E-Handwerksbetrieben zugute.

Überaus optimistisch zeigten sich die Chefs der elektro- und informationstechnischen Handwerksbetriebe auch für die weitere Entwicklung. Mehr als drei Viertel von ihnen gingen davon aus, dass das Hoch in den kommenden sechs Monaten anhalten wird, 13 Prozent sahen sogar noch Luft nach oben. Bei aller Euphorie zeigt der aktuelle Index für diesen Wert jedoch auch, dass in den Unternehmen gesunder Realitätssinn herrscht: Im Vergleich zum Frühling 2011 ist er um einen Punkt auf 52 gesunken – auf eine leichte Abkühlung ist man also eingestellt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
die gute Konjunktur würde uns noch mehr Freude machen, wenn sie nicht zugleich ein anderes sich schon länger abzeichnendes Problem noch sichtbarer machen würde. Der Fachkräftemangel entwickelt sich zur Wachstumsbremse.

In der vergangenen Woche hat das Bundeswirtschaftsministerium die Ergebnisse der sogenannten Engpass-Analyse vorgelegt. Als Beispiel für akuten Fachkräftemangel in den gewerblich-technischen Berufen werden auch der Elektroinstallateur und -monteur genannt. Auf 100 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Stellen für Elektroinstallateure und Elektromonteure kommen 41 Arbeitslose. Rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Elektroinstallateure sind in kleinen und mittleren Unternehmen tätig.

Um die Leistungsstärke der Mitglieder auch in Zukunft zu sichern, hat die elektrohandwerkliche Organisation im vergangenen Jahr besonders die Aktivitäten im Nachwuchsmarketing deutlich erhöht. Wir haben vor allem die Präsenz in den Socialmedia-Kanälen mit QR-Codes, Gewinnspielen zur Berufsorientierung und Slapstick-Spots verstärkt, um dort bei den jungen Menschen zu landen. Wir gehen davon aus, dass das der richtige Weg ist, denn wie die GFK Konsumforschung jüngst feststellte, verfügt fast die Hälfte aller männlichen Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren bereits über ein Smartphone. Auch unter den gleichaltrigen Mädchen liegt der Anteil bei 46 Prozent. Smartphones sind in dieser Generation inzwischen nahezu gleich häufig verbreitet wie normale Mobiltelefone und über sie läuft die gesamte Kommunikation.

Mit diesen Auftritten wollen wir natürlich auch die E-Marke beim Nachwuchs bekannt machen. Inzwischen sind es weit über 6.000 Mitgliedsbetriebe, die sich dem qualitätsorientierten Dienstleistungskonzept angeschlossen haben. Die Zahl der E-Markenpartner ist auf 43 gestiegen. Und die Qualität des im deutschen Handwerk einzigartigen Markenkonzepts hat sich inzwischen herumgesprochen. Bereits seit 2008 ist der österreichische Innungsverband von der Markenkraft überzeugt und firmiert unter demselben Signet. Weiterhin zeigen sich von Südeuropa bis nach Skandinavien verschiedene Elektroverbände an der E-Marke interessiert: An diesem Donnerstag empfangen wir eine Delegation aus Südtirol auf der Messe, deren Mitglieder sich über eine Lizenz zur Führung der E-Marke in ihrer Region informieren.

Fünf Jahre sind seit dem Start der E-Marke im Herbst 2007 vergangen, und es ist Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Das wird der ZVEH bei seiner Jahrestagung Ende Mai in Warnemünde tun und veranstaltet am 1. Juni 2012 den E-Markentag, an dem wir das bisher Erreichte auf den Prüf-stand stellen und in die Zukunft blicken.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
bevor ich zum Schluss komme, erlauben Sie mir noch eine letzte Rückschau. Denn um die Zukunft einer Vielzahl von Mitgliedsbetrieben ging es jüngst auch, als die Politik die E-Handwerke mal wieder mit einer Entscheidung überraschte, die quasi über Nacht die Auftragslage veränderte. So geschehen bei der neuerlich überfallartig beschlossenen No-velle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes Mitte Februar dieses Jahres. Die Klagen der Betriebe, dass Kunden ihre Aufträge stornierten und bereits geordertes und bezahltes Material nicht mehr abgenommen wird, erreichten uns binnen 24 Stunden nach Bekanntgabe der Pläne der Bundesregierung.

Der ZVEH wendete sich unverzüglich an seine Ansprechpartner in der Politik und erarbeitete alternative Vorschläge, um das Schlimmste abzuwenden. Kürzungen bei der Förderung der Photovoltaik hielt der ZVEH zwar grundsätzlich für sinnvoll, dafür haben wir auch immer eingestanden. Zugleich geht es bei solchen Eingriffen aber auch darum, wie sie vom Gesetzgeber umgesetzt werden, und es zählt zu unseren Aufgaben, das Vertrauen der Wirtschaft in die Politik und deren Vorgaben zu schützen.

Wie es momentan aussieht, war unser Vorgehen erfolgreich: Der Bundestag hat eine Anregung von ZDH und ZVEH übernommen und den Vertrauensschutz für Dachanlagen erweitert. Damit ging er auf den Vorschlag des ZVEH ein, Strom aus Photovoltaikanlagen, die bereits beim Netzbetreiber angemeldet wurden, noch nach den bislang geltenden Vergütungssätzen zu fördern. Mit dieser Regelung wird erreicht, dass viele der betroffenen Anlagen, die bereits fertig geplant waren, deren Bau dann jedoch wegen der mit kurzer Frist vorgesehen zusätzlichen Degression unwirtschaftlich zu werden drohte, doch noch realisiert werden können. Die Anlagen müssen nun bis zum 1. Juli 2012 in Betrieb genommen werden, und zwar nach den neuen Inbetriebnahmeregeln des EEG. Danach ist erforderlich, dass die Anlagen bereits am Aufstellort – zum Beispiel auf dem Dach oder an der Hauswand – montiert und an den Wechselrichter angeschlossen sind.

Der ZVEH geht grundsätzlich davon aus, dass das Geschäft mit der Installation von Solaranlagen auch in Zukunft für die E-Handwerksbetriebe interessant bleibt. Denn die Nachfrage nach dezentraler Energieversorgung wird mit Blick auf die steigenden Energiepreise eher wachsen als abreißen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
zufriedene Kunden und gute Geschäfte – dafür wollen wir den Fachbesu-chern aus dem Handwerk jede Menge Rüstzeug liefern. Daher lautet un-ser Motto für die E-Handwerke auf der Light+Building: „Messe zum Mit-nehmen“! Seit gestern dreht sich die Welt der E-Handwerke um das Ge-schehen an unserem Gemeinschaftsstand in Halle 8.0 – er ist für sechs Tage zur Schaltzentrale der E-Welt geworden. In den täglichen Vorträgen werden aktuelle Themen diskutiert, an den Informationstheken die neuesten Medien und Marketingaktionen für die Betriebe vorgestellt und bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Bier die Neuigkeiten ausgetauscht. Alles Informationen und wertvolles Wissen zum Mitnachhausenehmen.

Vielen Dank fürs Zuhören!

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» ZVEH-Pressekonferenz auf der Light+Building, 16.04.2012 – Walter Tschischka

Statement

Walter Tschischka
Präsident des Zentralverbands der
Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich der Pressekonferenz des ZVEH
auf der Light+Building 2012
am 16. April 2012 in Frankfurt/Main



Sehr geehrte Damen und Herren,

die diesjährige Light+Building steht unter dem Leitthema Energieeffizienz und fokussiert damit einen Themenkreis, den der ZVEH schon seit geraumer Zeit mit seiner Sonderschau „Das E-Haus“ ins Rampenlicht rückt. Energieeffizienz ist zwischenzeitlich zu einem Teil eines viel größeren Themenkomplexes geworden, den wir mit dem Begriff Energiewende umreißen. Aus diesem Grund lesen Sie auch den neueste Spruch der Imagekampagne des Handwerks als Motto über unserem Gemeinschaftsstand der E-Handwerke in Halle 8.0: „Offizieller Ausrüster der Energiewende: das Handwerk!“ Davon sind wir fest überzeugt: Ohne Handwerk, keine Energiewende.

Was bedeutet die Energiewende für die E-Handwerke? Was sie technisch bedeutet, das führen die E-Handwerke umfassend mit dem E Haus vor. Einer der Schwerpunkte im E-Haus 2.0 ist das Energiemanagement in Privathäusern. Wir zeigen, welche Rolle das Messen, Steuern und Regeln in Verbindung mit der Intelligenten Gebäudetechnik spielt. Wir gehen auf die Chancen ein, welche die Elektromobilität für die installierenden Handwerke haben kann, wir haben die Anlagen zur Gewinnung von Energie aus regenerativen Quellen im Auge und wir stellen stromgeführte Anwendungen vor. Unsere Experten greifen in ihren Vorträgen am Gemeinschaftsstand aktuelle Themen auf, wie etwa die dezentrale Energieversorgung und deren Bedeutung für die E-Handwerke, zum Beispiel bei der Nutzung von selbst erzeugtem Strom aus der PV-Anlage, oder auch das Erbringen von Energiedienstleistungen und wie sich Unternehmer aus dem Elektrohandwerk für den wachsenden Markt der Gebäudesystemintegration fit machen.

Mit dem E-Haus gehen wir auf zentrale technische Herausforderungen ein, die die Energiewende mit sich bringt. Das gehört als Verband zu unseren klassischen Aufgaben, den Mitgliedern Wege zu ebnen, Chancen aufzuzeigen und mögliche Tätigkeitsfelder auszuloten. Etwas anders verhält es sich da, wenn der ZVEH als Dachorganisation die Möglichkeiten auslotet, die sich den Elektrobetrieben in Deutschland bieten, ihre Geschäfte auch in Zukunft einträglich zu führen. Die Energiewende in ihrer Komplexität bedeutet nämlich nicht nur eine technische Umorientierung. Sie bedeutet auch eine gesellschaftliche, politische und wirtschaftsrechtliche Neubewertung mancher Tätigkeiten, die bisher vom Handwerk erbracht wurden. Neue Rahmenbedingungen, die uns der Gesetzgeber vorgibt – nicht wenige von ihnen kommen direkt aus Brüssel zu uns auf den Betriebshof – führen dazu, dass sich die Märkte im Moment stark verändern und teils verschieben. Es entstehen neue attraktive Betätigungsfelder, die für Marktpartner plötzlich interessant werden, die bisher dem Handwerk freundschaftlich verbunden waren.

Die Energiewende löst nicht nur eine technische Revolution aus, sondern auch einem Umbruch auf den Märkten. Diesen Umbruch gilt es so zu gestalten, dass alle bislang Beteiligten eine reelle Chance haben, sich am Markt zu behaupten. Ein anschauliches Beispiel dafür, wie diese Marktwende als Folge der Energiewende aussieht, ist der nun schon länger andauernde Versuch eines Energiekonzerns, mit standardisierten Produkten dem Kunden das Intelligente Zuhause – Smart Home – nahezubringen. Gebäudeautomation ist ein klassisches Geschäftsfeld des Handwerks. Die Angelegenheit hat für den ZVEH neben der rein wirt¬schaftlichen auch noch eine politische Dimension: Von der Gesetzeslage her betrachtet, lässt sich gegen diese Marktfreiheit natürlich nichts einwenden. Und es ist für uns auch keine neue Situation, dass „Branchenfremde“ im Markt für Gebäudeautomation Fuß fassen wollen. Doch in diesem Fall entwickelt sich ein bisheriger Partner des Elektrohandwerks zu dessen Wettbewerber. Und das tangiert nicht nur das Elektrohandwerk, sondern auch unsere Partner im dreistufigen Vertrieb, also den Elektrogroßhandel und die Hersteller.

Wie gehen wir damit um? Im Moment nehmen wir die Umstände zur Kenntnis und wollen die Gesamtsituation im Auge behalten. Neun von zehn Elektrobetrieben in Deutschland bewerten das Verhältnis, das sie zu ihrem örtlichen Energieversorger haben nämlich insgesamt positiv: 50 Prozent benoten es mit „gut“, 42 Prozent immerhin mit „befriedigend“. Diese Einschätzung ist das Ergebnis der Antworten auf die Zusatzfrage, die der ZVEH im Rahmen seiner Frühjahrskonjunkturumfrage im März 2012 gestellt hat. Der Bundesverband der E-Handwerke wollte der Frage auf den Grund gehen, wie die aktuellen politischen und gesetzgeberischen Entwicklungen die E-Handwerksbetriebe in der täglichen Zusammenarbeit mit den regionalen EVU-Partnern zu spüren bekommen.

Wir wissen, dass das Verhältnis zwischen EVU und Elektrohandwerk vor Ort traditionell gewachsen und gut ist. Dafür spricht auch, dass fast jeder zweite Befragte angab, Mitglied in einer Elektrogemeinschaft oder einer vergleichbaren Kooperation mit den EVU zu sein. Das verwundert wenig, wenn man in Betracht zieht, dass 55 Prozent der Befragten eine solche Zusammenarbeit auch zukünftig für wirtschaftlich interessant erachten. 23 Prozent wollen sich dazu nicht festlegen, 22 Prozent gaben an, dass sie es zukünftig nicht interessant finden, mit den EVU gemeinsame Sache zu machen.

Gleichzeitig scheint dennoch ein Bewusstsein für das veränderte Auftreten der ehemals guten Marktpartner vorhanden zu sein: Den Umstand, dass Energieversorger beziehungsweise Energieverteiler wie etwa Stadtwerke zunehmend als Wettbewerber auch in klassischen Geschäftsfeldern der E-Handwerke vordringen, bewerten immerhin 36 Prozent als sehr problematisch, 43 als gelegentlich problematisch. Nur 21 Prozent haben damit keine Schwierigkeiten.

Diese Ergebnisse zeigen uns, dass die aktuellen Marktbewegungen, wie sie sich uns als Zentralverband darstellen, offensichtlich an der Basis noch nicht in aller Deutlichkeit angekommen sind. Die Partnerschaft zwischen Energieversorger und Handwerk ist über Jahrzehnte entstanden – diese Beständigkeit kann für beide Seiten auch in Zukunft viele Chancen bergen. Mit dieser Verbundenheit sollte man nicht spielen. Aus diesem Grund sollten alle Beteiligten die nächsten Schritte gut abwägen und gemeinverträgliche Lösungen anstreben, damit die Energiewende zu einem erfolgreichen Vorhaben wird. Dazu möchte ich Ihnen einen Terminhinweis geben: Der ZVEH veranstaltet am 20. und 21. September 2012 das Heidelberger E-Symposium mit dem Titel „Die E-Branche im Zeichen der Energiewende“. Es werden namhafte Repräsentanten aus allen Bereichen der Branche sprechen und miteinander diskutieren.

Sehr geehrte Damen und Herren,
die E-Handwerke sind der Meinung, dass Energiedienstleistungen Maßarbeit sind. Und individuelle Maßarbeit war schon immer ein Alleinstellungsmerkmal des Handwerks! Wer Maßarbeit leistet, muss Profi auf seinem Gebiet sein. Er bringt die entsprechende Fachkunde mit, um beispielsweise Arbeiten auszuführen, die für Laien gefährlich sein könnten. Der ZVEH hat zuletzt 2009 mit seiner Dresdner Resolution gefordert, dass sicherheitsrelevante Elektroinstallationsprodukte entweder nur an Fachleute abzugeben sind oder aber mit einem Hinweissymbol versehen werden müssen, das vor der Installation des Materials durch Unkundige warnt und die Installation durch eine Fachkraft empfiehlt.

Ein erster Schritt auf dem langen Weg dahin scheint nun gemacht zu sein: Ich lade Sie heute herzlich ein, um 16 Uhr auf den Gemeinschaftsstand der E-Handwerke zu kommen. Denn der Wettbewerb für das Symbol mit der Aussage „Für die Installation ist besondere Fachkunde erforderlich“, den die DKE, der ZVEH und der ZVEI im vergangenen Herbst ausgeschrieben haben, ist entschieden: Mehr als 150 Einsendungen mit insgesamt über 200 Symbolvorschlägen ist die stolze Bilanz. Die Preisträger und das Zeichen, dass nun in die internationale Normung eingebracht werden soll, werden heute Nachmittag bei der Preisverleihung vorgestellt.

Im Anschluss würde ich mich natürlich freuen, wenn Sie auch beim E-Partnertreff unsere Gäste wären. Er beginnt heute um 17.30 Uhr – schauen Sie gerne vorbei!

Und jetzt vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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» Eröffnungs-PK zur Light+Building, 12.04.2012 – Walter Tschischka

Statement

Walter Tschischka

Präsident des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich der Eröffnungs-Pressekonferenz zur Light+Building
am 12. April 2012 in Frankfurt/Main, 10 Uhr



Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist einiges geschehen, seit wir vor zwei Jahren an diesem Ort zum gleichen Anlass zusammen saßen. Die gravierenden Veränderungen in der E-Branche zeichnen sich inzwischen spürbar ab, und das Tempo hat erneut zugenommen. Die elektro- und informationstechnischen Handwerke erleben einen Umbruch, wie ihn die Branche zuvor nicht kannte.

Aber der Reihe nach: Als ich Ihnen vor zwei Jahren an dieser Stelle die Aktivitäten der E-Handwerke auf der Light+Building vorstellte, gab es zeitgleich eine Entwicklung, von der noch niemand so recht ahnte, wie sie sich auf unser Gewerk auswirken würde. Ich meine den Verkauf der ersten Apple iPads. Er hatte wenige Tage zuvor, am 3. April 2010 in den USA, begonnen. Findige Kollegen haben damals extra für die Light+Building einige Exemplare einfliegen lassen. Es war schnell zu erkennen: Mit diesem mobilen Internetgerät und mit seiner komfortablen Bedienoberfläche begann für die Gebäudesystemtechnik eine neue Epoche!

Denn mit dem Tablet PC ist das Intelligente Haus endlich von jeder Stelle der Welt aus erreichbar und für jedermann steuerbar. Diese Entwicklung, die 2010 noch in den Startlöchern stand, setzt inzwischen Standards in der Gebäudeautomation. Dabei ist die Technik des Intelligenten Hauses für Fachleute ja geradezu ein alter Hut, die gibt es schließlich schon seit über 20 Jahren. Die entscheidende Weiterentwicklung liegt darin, dass Sie und ich das Gebäude jetzt über unser Telefon verwalten können: Smartphone und Tablet PC sind der Steuerknüppel, das Cockpit befindet sich im Straßencafe, im Büro, auf dem Fußballplatz … in den nächsten Tagen vielleicht am Messestand oder an jedem anderen beliebigen Ort auf dieser Welt. Das ist schon eine kleine Revolution!

Und dann muss ich bei meinem Rückblick noch auf ein zweites Ereignis eingehen, das die E-Welt seit der Pressekonferenz zur Light+Building vor zwei Jahren ebenso verändert hat: Die Reaktorkatastrophe von Fuku-shima hat – zumindest hier bei uns in Deutschland – die Energiewende politisch enorm beschleunigt. Der dafür nötige Systemwechsel betrifft alle Beteiligte – Politik, Verwaltung, Energieversorger, Industrie und E Handwerke – und er stellt historisch gewachsene Strukturen und Partnerschaften auf den Prüfstand. Der Weg in die „schöne neue Energiewelt“ ist aktuell von einigen Stolpersteinen gesäumt. Dazu gehören auch die technischen Problemstellungen wie etwa der Ausbau der Netze und ihre Stabilität. Die Herausforderung für eine Organisation wie den ZVEH liegt aber hauptsächlich in der Bewältigung der politischen Aufgaben. Zum Beispiel müssen beim Erbringen von Energiedienstleistungen neue Regeln für das bisher partnerschaftliche Miteinander von Energieversorgern und E Handwerken aufgestellt werden.

Diese beiden Entwicklungen – das Intelligente Haus „goes online“ und die neue Marktaufteilung beeinflussen die Tätigkeiten und die Geschäftschancen der Unternehmen der E-Handwerke massiv. Wie sie sich im Geschäftsalltag eines Elektrobetriebs auswirken, das zeigt der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke mit seiner Sonderschau „Das E-Haus – Intelligente Gebäude vom Profi: Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit“. Das E-Haus hatte 2010 seine Premiere. Seitdem wird es von den Spezialisten unentwegt mit neuester Technik optimiert und geht jetzt zur Light+Building 2012 als E-Haus 2.0 an den Start. Dass die Fachleute im E-Haus ausschließlich neueste Technik unter die Lupe nehmen können, dafür garantieren schon allein die 39 Partner aus der Industrie, die das Modellhaus zu dieser Light+Building mit ihren Innovationen ausstatten. Unter Ihnen sind allein 18 neue Firmen.

Das Konzept „E-Haus“ des ZVEH ist bisher einzigartig in Deutschland, weil es neueste Entwicklungen jederzeit flexibel aufnimmt und in den Livebetrieb integriert. Das E-Haus ist das Modell eines 100 Quadratmeter großen Wohnhauses mit sieben begehbaren Räumen: einer Küche, einem Bad, einem Schlafzimmer, einem Wohnzimmer, zwei Technikräumen und einer Garage mit Elektroauto. Sie zeigen nahezu alle heute möglichen und sinnvollen gebäudetechnischen System- und Produktvernetzungen in Betrieb. Gesteuert werden sie – wie sollte es anders sein – über Smartphones und Tablet PCs.

Auf der Light+Building 2012 demonstriert das E-Haus, wie ein effizientes Energiemanagement in Gebäuden funktioniert, wie Häuser heute ohne konventionelle Beleuchtung auskommen und wie das mitdenkende Haus ein selbstbestimmtes Leben und Wohnen bis ins hohe Alter ermöglicht. Im E-Haus sorgen dafür zum Beispiel Bodenbeläge, die registrieren, wie sich der Bewohner bewegt und bei längerer Inaktivität – z. B. in Folge eines Sturzes – ein Notsignal sendet. Über eine Webcam kann mit einem Verwandten oder mit einer Hilfseinrichtung Kontakt hergestellt werden.

Im Gleichklang mit der Sonderschau der Messe Frankfurt „Das Gebäude als Kraftwerk“ und mit der Präsentation von KNX-City führt das E-Haus vor, wie der Verbrauch von Energie aus der heimischen Windkraftanlage im eigenen Garten oder vom Photovoltaikmodul auf dem Dach am besten auf alle Bedürfnisse der Bewohner abzustimmen ist. Das gesamte Haus ist mit LED beleuchtet, und vor dem Haus steht eine historische Straßenlaterne, deren Gasflamme durch LED-Technik ersetzt wurde. Über eine Datenleitung ist es zudem möglich, in der Sonderpräsentation KNX City in der Galleriahalle den Energieverbrauch des E-Hauses abzulesen.

Im Intelligenten Haus von heute darf natürlich auch das Home Entertainement nicht fehlen: Ein Multiroom-Audio-System beschallt jeden Raum und wer will, kann sogar beim Zähneputzen im Badezimmerspiegel fernsehen. Für die Vernetzung von Intelligentem TV, Unterhaltungselektronik und PC sind die Informationselektroniker zuständig. Sie haben im Moment mit dem Umrüsten der Satanlagen auf digitale Empfangstechnik alle Hände voll zu tun, denn in wenigen Tagen, am 30. April, schalten die Rundfunksender die analoge Satellitenübertragung ab. Wer seinen Satellitenempfang bis dahin noch nicht auf digitale Technik umgeschaltet hat, wird in die Röhre schauen. Wir schätzen, dass Ende März noch rund eine Millionen Umrüstungen ausstanden. Die notwendigen Geräte sind zwar alle lieferbar, aber es ist zu befürchten, dass es bei den Terminen mit dem örtlichen Fachhandwerker zu Engpässen kommt. Dabei haben die E-Handwerke ihre Kunden schon 2010, noch bevor die Rundfunkanstalten ihre Informationsinitiative „klardigital“ starten, auf eine rechtzeitige Umrüstung hingewiesen. Sorgen bereiten uns jetzt vor allem die Großanlagen wie sie in Hotels, Krankenhäusern, Altenheimen oder größeren Wohnanlagen installiert sind. Wir meinen, dass rund 20 Prozent noch nicht umgerüstet sind.

Meine Damen, meine Herren,
noch gehört die intelligente Gebäudetechnik nicht zur Standardausrüstung von Neubauten, aber wir befinden uns auf dem besten Weg dahin. Es gibt noch Fragen zu klären und vor allem müssen die Nutzer erkennen, welche Vorteile sie daraus haben. Die Berufsorganisation der E-Handwerke bietet Profis mit dem E-Haus einerseits ein einmaliges Referenzobjekt. Andererseits hat der ZVEH gemeinsam mit dem ZVEI und dem VDE die Fortbildung zum „Gebäudesystemintegrator“ ins Leben gerufen. Sie wird seit kurzem bundesweit an den einschlägigen Fortbildungszentren durchgeführt. Die E-Handwerke sind auf dem besten Weg, sich für den wachsenden Markt der Gebäudevernetzung fit zu machen.

Damit stehen sie nicht alleine. Wer sich ein Haus baut oder eines renoviert, lässt sich in der Regel vom Architekten beraten. Daher wollen wir das E-Haus auch bei ihnen bekannt machen: Beim 3. Architektenforum, das der ZVEH gemeinsam mit der Architektenkammer Hessen und der Messe Frankfurt am 19. April veranstaltet, geht es um technikgestütztes Wohnen im Alter und Ambientebeleuchtung mit LED. Denn die Gebäudetechnik gewinnt auch bei der planerischen Tätigkeit einen höheren Stellenwert und eröffnet neue Gestaltungsräume.

Schon heute gehört es beispielsweise dazu, Vorkehrungen zu treffen, dass künftig ein Elektroauto in der Garage aufgetankt werden kann. Die Anschlüsse dafür installieren die E-Handwerker. Wie Sie vielleicht gehört haben, hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche über die sogenannten „Schaufensterprojekte“ entschieden, die bundesweit die Elektromobilität voranbringen sollen. Es freut uns besonders, dass in drei von den vier ausgewählten Projekten das Handwerk mitarbeitet. Die E-Handwerke sind in der Netzplattform Elektromobilität in den Arbeitskreisen Infrastruktur und Ausbildung vertreten.

Sie sehen: Das E-Haus zeigt nicht das Bauen und Wohnen der Zukunft, ist nicht abgehobenes Ergebnis eines Laborexperiments, sondern führt vor, was hier und heute möglich ist. Ich lade Sie alle herzlich zu einem Rundgang mit einem unserer Experten ein, der Ihnen in verständlicher Sprache erklärt, was ein Intelligentes Haus können muss und wo seine Stärken liegen. Sie sind herzlich willkommen während der Light+Building am Gemeinschaftsstand der E-Handwerke in Halle 8.0, Stand J60/K62, den wir gemeinsam mit unseren Mitgliedsorganisationen aus Hessen und dem Saarland organisieren.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
mit einem Messeauftritt wollen Berufsorganisationen wie der ZVEH und die Landesfachverbände immer auch ihre Mitglieder ansprechen. So organisiert der Fachverband Hessen/Rheinland-Pfalz auch 2012 wieder die Werkstattstraße für den Nachwuchs. An den Boxen von 23 Firmen trainieren die Nachwuchskräfte ihr Können und erhalten eine Urkunde, wenn sie die Sicherheitsseminare der Berufsgenossenschaften besucht haben.

Die Frage nach dem Nachwuchs wird uns die kommenden Jahre noch stark beschäftigen. Mit der Nachwuchskampagne „E-Zubis.de“ wollen wir die jungen Menschen erreichen und ihnen die vielzähligen Perspektiven in den sieben Ausbildungsberufen der E-Handwerke nahebringen.

Diese zeigen sich aus heutiger Sicht sehr positiv. Die rege Nachfrage nach energieeffizienter Gebäudesanierung und Renovierungen hat das Geschäft in den elektro- und informationstechnischen Handwerken im Jahr 2011 kräftig in Schwung gebracht. Die 74.663 elektrohandwerkli-chen Betriebe erwirtschafteten laut vorläufigen Schätzungen des ZVEH einen Jahresumsatz von 56,9 Milliarden Euro. Das sind 5,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 1,1 Prozent auf 468.299. Dazu gehören auch 39.220 Auszubildende.

Die Aussichten für die kommenden Messetage sind also äußerst positiv. Zur Light+Building 2010 kamen rund 40.000 Fachbesucher aus dem Handwerk – sie machen einen Anteil von 23 Prozent aus. Mit Blick auf die aktuell sehr gute Auftragslage und die günstige Auslastung der Be-triebe, hoffen wir, dass wieder so viele die Light+Building wahrnehmen, um sich für die kommenden Herausforderungen fit zu machen und zu wissen, was am Markt passiert.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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2011

» Fachpressekonferenz zur Light+Building, 24.11.2011 – Ingolf Jakobi

Statement

RA Ingolf Jakobi
Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich der Fachpressekonferenz zur Light+Building
am 24. November 2011 in Frankfurt/Main



Sehr geehrte Damen und Herren!

Erinnern Sie sich noch: Wann wurden die UMTS-Lizenzen versteigert und wann wurde aus der Deutschen Post eine AG? Wann Putin Präsident Russlands und Georg W. Bush Chef der USA? In welchem Jahr waren die Olympischen Spiele in Sydney und die Franzosen Fußball-Europameister? Ich könnte Ihnen jetzt verraten, dass es im gleichen Jahr geschah, in dem auch Bayern München Meister war und Michael Schuhmacher weltschnellster Formel-1-Fahrer... Es war im Jahr 2000 - in dem Jahr als die erste Light+Building vom Stapel lief! Die Light+Building ist ein Kind des neuen Jahrtausends und hat bis heute nichts von ihrer Jugendlichkeit und Frische eingebüßt. Light+Building - Licht und Gebäude - treffender konnte der Titel für die neue Weltleitmesse nicht lauten. Es war geradezu hellseherisch, denn gerade auf den Gebieten Licht und Gebäude hat sich in der ersten Dekade Enormes getan. Die Geschichte der Weltleitmesse Light+Building ist ein Spiegel der rasanten Geschehnisse der technischen Entwicklung rund ums Gebäude - im Mittelpunkt stehen heute Energieeffizienz, Automatisierung und Licht.

Der ZVEH und die E-Handwerke standen schon in der Geburtsstunde der jungen Dame Pate. Im Laufe der Jahre ist eine enge Verbundenheit entstanden. Umso mehr als sich die Geschäfte in der Branche in den vergangenen Jahren gut und konstant entwickelten, was sich immer auch positiv auf die Messe auswirkte. Auch die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage des ZVEH bestätigen dies. Die Betriebe in Ost und West gaben der Geschäftssituation im zurückliegenden Halbjahr die besten Noten seit 1993: Der ZVEH-Geschäftsklimaindex erreichte zum dritten Mal in Folge ein historisches Hoch.

Das sind gute Voraussetzungen für die Weltleitmesse. Wir hoffen stark, dass die positive Stimmung in die Light+Building im Frühjahr 2012 hineingetragen wird. Denn trotz der aktuellen Hochstimmung verlieren die Betriebe vor dem Hintergrund der Berichterstattung über die Finanzkrise nicht den Blick für die Realität: Der Index für die Perspektiven auf die künftige Geschäftsentwicklung ist gefallen, die Erwartungen an den Herbst und Winter sind leicht abgekühlt. Dies ist bei dem hohen Wert für die gegenwärtige Geschäftslage jedoch nicht verwunderlich. Und auch bei der Beurteilung der Beschäftigungssituation überwiegen die positiven Meldungen die negativen. Noch scheint die Auftragslage sehr günstig: Mehr als jeder zweite Betrieb berichtet von einem Auftragspolster, das über einen Monat hinausreicht.

Im Vergleich zum Herbst 2010 haben die Aufträge von Privatkunden spürbar zugenommen, aber auch die gewerbliche Wirtschaft vergibt wieder mehr Aufträge. Wenig neue Impulse kommen von der Öffentlichen Hand. Der Auftragskuchen verteilt sich relativ gleichmäßig über alle Gruppen: Aufträge aus der gewerblichen Wirtschaft (34 %) und von Privatleuten (32 %) machen jeweils etwa ein Drittel aus und das verbleibende Drittel teilen sich Wohnungsbaugesellschaften (18 %) und Öffentliche Hand (16 %).

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
und da gibt es noch etwas, was sich seit dem Entstehungsjahr der Light+Building 2000 positiv entwickelt hat. Vor kurzem veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Ergebnisse der jüngsten Handwerkszählung aus dem Jahr 2008. Die letzte ihrer Art fand 1995 statt. Die neue aktuelle Datenerhebung zeigt nun, dass die E-Handwerke eine weitaus größere Wirtschaftskraft haben als bisher angenommen. 

Demnach waren im Jahr 2010 in den elektro- und informationstechnischen Handwerken mit den drei Berufsgruppen Elektrotechniker, Informationstechniker und Elektromaschinenbauer einschließlich Auszubildende 463.034 Menschen beschäftigt. Damit bieten die E Handwerke 146.434 Menschen mehr als bisher angenommen einen zukunftssicheren Arbeitsplatz. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 53,8 Milliarden Euro, das sind fast 19 Milliarden Euro mehr, als bislang geschätzt. Ihn erwirtschafteten 57.053 E-Handwerksunternehmen. Die E-Handwerksbranche ist also tatsächlich viel stärker und größer als wir es bisher glaubten - das sagen die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Vor dem Hintergrund dieser neuen Branchenwerte blicken die Organisatoren des Gemeinschaftsstands der E-Handwerke mit großem Optimismus auf die nächste Light+Building. Fachbesucher aus den elektrohandwerklichen Betrieben bilden für die Aussteller im Bereich „Building“ die mit Abstand wichtigste Besuchergruppe. Zur Light+ Building 2010 war dies mit über 40.000 Besuchern die stärkste Klientel vor den Gästen aus der Industrie und dem Handel. 

Der ZVEH als Dachorganisation fokussiert auf der Light+Building die Interessen der gesamten E-Handwerksbranche - gerade auch gegenüber den Partnern aus Industrie und Handel. Zugleich spiegelt er die aktuelle Situation, indem er die Trends bündelt und die vielen Produkte und Leistungen, die das Publikum an den verschiedenen Ständen in den Hallen entdecken kann, in der Sonderschau „Das E-Haus - Intelligente Gebäude vom Profi: Energieeffizienz, Komfort und Sicherheit!“ zu einem funktionierenden Netzwerk zusammenfasst. Das E-Haus hat es ja inzwischen nicht nur in Fachkreisen zu einer gewissen Bekanntheit gebracht, und es wird seine Besucher auch in der Neuauflage nicht enttäuschen.

Sind wir uns im Klaren: Die wirklichen Treiber der Anwendung intelligenter Gebäudetechnik sind die neuen Medien wie Internet und Smartphones. Sie vereinfachen die Anwendung und stellen den Nutzen in den Vordergrund. Viele Funktionen im 100 Quadratmeter großen E-Wohnhaus sind daher vom Smartphone oder übers Internet steuerbar. Alle gebäudetechnischen, energieeffizienten Systeme sind anschaulich und in Echtzeit erlebbar. Die Räume, z. B. Küche, Bad, Technikraum, Garage mit Elektroauto und zwei Wohnräume, sind nicht nur virtuell, sondern auch tatsächlich begehbar und zu bedienen.

Derzeit sind folgende neue Komponenten im E-Haus geplant: 

  • Intelligentes Energiemanagement im Gebäude, z. B. Systeme zur Steigerung der Nutzung von eigenerzeugter elektrischer Energie
  • Kleinwindkraftanlagen
  • Visualisierung der MSR-Technik
  • Neuste Entwicklungen im Lichtsektor – LED-Beleuchtungssysteme, LED-Wall-Wash-Beleuchtung
  • Entertainment wie z.B. Smart-TV, Multiroom Audio Systeme etc. 
  • Gebäudeinfrastruktur sowie Heimladesysteme für Elektrofahrzeuge
  • Einsatz von KNXnet IP-Technologie und Smart Metering Lösungen


Einen weiteren großen Schwerpunkt bildet AAL - Ambient Assisted Living - oder nennen Sie es: technikunterstütztes Wohnen und Leben im Alter.

Die Besucher werden bei ihrem Rundgang durch das E-Haus stets von Experten begleitet und die Themen der Sonderschau ebenso im Vortragsprogramm aufgegriffen. Zugleich ist der Gemeinschaftsstand Plattform für gesellschaftliche Rahmenveranstaltungen, so z. B. den ZVEH-Partnertreff, zu dem bisher regelmäßig mehr als 400 Gäste kamen. Notieren Sie sich also heute schon den Termin: Montag, 16. April 2012, am Messeabend. Sie sind herzlich dazu eingeladen. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung wird eine Schaltung zu den Kollegen in der Schweiz sein, die an diesem Tag den europäischen Jugendwettbewerb „European Competition for Young Electricians“ (CYE) ausrichten. Auch wird beim Partnertreff wieder der Marketingpreis der Fachzeitschrift „de“ verliehen. Ebenso werden unsere Partner von der europäischen Dachorganisation AIE Termine bei uns wahrnehmen. 

Es bleibt dabei: Der Auftritt der E-Handwerke auf der Fachmesse Light+ Building ist auf die Bedürfnisse von Profis zugeschnitten. Der Gemeinschaftsstand der elektro- und informationstechnischen Handwerke wird getragen vom ZVEH, dem Fachverband Elektro- und Informationstechnik Hessen/Rheinland-Pfalz sowie der Landesinnung Saarland. Besucher aus den E-Fachbetrieben erhalten hier Input, um den Kunden anschließend kompetent beraten zu können. Der Kunde muss davon überzeugt sein: Das Handwerk kann das! Sonst sucht er sich einen anderen Anbieter, wenn er ein Intelligentes Zuhause haben möchte.

Das E-Haus bildet also den Nukleus des neuen Intelligenten Zuhauses und ergänzt sich damit sinnvoll mit der Sonderfläche, die die Messe Frankfurt organisiert. Hier laufen die Drähte zusammen, hier hat die Schaltzentrale - der Mensch - seinen Sitz. Gemeinsam mit der Sonderschau der Messe wird die ganze smarte Energiewelt in einer bisher einzigartigen Weise gezeigt. Die Light+Building wird zu dem Ort, an dem die Energiewende Gegenwart wird. 

Meine Damen, meine Herren,
die Nachfrage nach Intelligenten Häusern und Energiedienstleistungen nimmt stetig zu. Das Zusammenspiel der Informations- und Kommunikationstechnologien wird über das Jahr 2015 hinaus weiter an Bedeutung gewinnen und nahezu in allen Sektoren der Wirtschaft zu wichtigen Produkt-, Prozess- und Dienstleistungsinnovationen führen - auch und besonders auf dem Gebiet der Energieanwendung und -effizienz. Die Themenfelder Smart Building, Smart Home und Consumer Electronic wachsen immer enger zusammen. So lautet ein zentrales Ergebnis der Studie „Technologische und wirtschaftliche Perspektiven Deutschlands durch die Konvergenz der elektronischen Medien“ des BMWi und des VDI/VDE-Instituts. Auch bei technischen Assistenzsystemen, die Menschen zuhause oder unterwegs unterstützen, sei von der Entstehung eines Milliardenmarkts auszugehen. Die Vernetzung der Menschen untereinander und der Geräte im persönlichen Umfeld wird stark zunehmen - schon 2015 könnten ca. 15 Milliarden Hausgeräte vernetzt sein.

Deutlich wird dabei, dass alle Dienste rund um das Smart Home mehreren Kriterien Genüge leisten müssen. Gefordert sind: 

  • eine nutzwertorientierte, überzeugende Produktpräsentation,
  • eine Verringerung der Investitionshürden,
  • eine Modularität und prinzipielle Erweiterbarkeit der Dienste,
  • eine einfache Bedienung, die ein Gefühl der Technikdominanz nicht aufkommen lässt und 
  • eine gezielte Aufklärung der Endkunden unter Einbezug der Multiplikatoren. 

Diese Qualitätskriterien für Dienste im Smart Home sind ein Maßstab, an dem sich Produkt- und Serviceideen orientieren müssen. Das Angebot wird dementsprechend größer und die Anforderungen immer komplexer - das gilt für alle Beteiligte: Hersteller, Händler, Architekten, Handwerker und nicht zuletzt auch für den Kunden. Er setzt den Maßstab!

Auch das Geschäftsfeld für Energiedienstleistungen bleibt für den Kunden bis auf weiteres eher unübersichtlich. Der Markt ist bisher noch komplett offen - er zieht Aufmerksamkeit auf sich und ruft viele auf den Plan. Energiewende heißt nämlich auch eine Wende im Denken und Handeln. So geraten ehedem enge Partner in den Wettbewerb. Energiedienstleistungen jeder Art zu erbringen lässt die Augen vieler leuchten. Wir sind aber überzeugt: Die Energiewende findet ohne das Handwerk nicht statt!

Denn die Energiewende hat viele Herausforderungen im Schlepptau. Die Kunden und Verbraucher vertrauen nach unserer Einschätzung ihrem Handwerksmeister bei der Energieberatung eher, als Vertretern global agierender Großkonzerne, deren Hauptgeschäft bislang darin liegt, Energie zu verkaufen. Dem Standort Deutschland kommt bei der Energiewende etwas zugute, was es in anderen Nationen so nicht gibt: die hohe Qualifizierung durch die Duale Ausbildung. So stehen allein im elektrotechnischen Bereich rund 460.000 Fachleute zur Verfügung.

Gerade in der aktuellen Phase der Markterkundung ist ein Interessenverband gefragt, die Leistungen und das Know-how seiner Mitglieder an den richtigen Stellen einzubringen. Der ZVEH befindet sich deshalb zum Beispiel im engen Gespräch mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), um die Marktrollen neu zu bestimmen und für die Mitglieder zu sichern. 

Im gleichen Maße birgt die Energiewende aber auch technische Herausforderungen. So gilt es, die Stabilität unserer Versorgungsnetze zu gewährleisten. Dafür muss in nächster Zeit eine Vielzahl von PV-Anlagen - Experten gehen von ca. 315.000 Stück aus – nachgerüstet werden. Eine Aufgabe, bei der die E-Handwerke gefragt sind.

Auch dieses Beispiel zeigt: An Arbeit und Aufträgen wird es den E-Handwerksbetrieben in der nächsten Zeit also nicht mangeln. Rund 27.000 Stellen sind in den E-Handwerken aktuell unbesetzt. Und es werden immer mehr! Jeder vierte Elektrohandwerksbetrieb in Deutschland suchte im Frühjahr 2011 Fachkräfte. Den größten Bedarf meldeten Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten, von ihnen ist schon jedes Zweite auf der Suche nach Experten. Am stärksten trifft es Firmen der Sparte Elektrotechnik in den Zweigen Energie- und Gebäudetechnik sowie Informations- und Telekommunikationstechnik. Und die Schar derer, die suchen, wird immer größer: Die Nachfrage nach Fachleuten hat sich in den vergangenen drei Jahren um fünf Prozentpunkte erhöht. Smarte Technik braucht smarte Techniker!

Es geht also ums Ganze! Bereits seit Jahren umwerben die E-Handwerke mit ihrer Kampagne E-Zubis.de potenzielle Neueinsteiger. Wir sind davon überzeugt: Unsere Berufe sind angesagt wie nie zuvor - Energieeffizienz und Vernetzung geben die Marschrichtung vor. Um diese Botschaft rüberzubringen, gehen auch wir neue Wege: Vor kurzem erschien auf » www.e-zubis.de der Webspot „Deine Stadt braucht Dich!“, der natürlich auch auf Youtube läuft. Den möchte ich Ihnen abschließend zeigen!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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» ZVEH-Pressegespräch auf der IHM, 17.03.2011 – Walter Tschischka

Statement

Dipl.-Ing. Walter Tschischka
Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)


anlässlich des Pressegesprächs des ZVEH
auf der IHM beim 1. Medientag der Internationalen Handwerksmesse
am 17. März 2011 in München


Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die elektrohandwerklichen Märkte sind einem starken Wandel unterworfen. Auf der einen Seite entstehen neue Geschäftsfelder, auf der anderen Seite brechen tradierte Bereiche weg. Die ganze Energiebranche steht im Moment Kopf. Das ruft neue Wettbewerber auf den Plan, die bisher mit unserer Branche nichts zu tun hatten. Und es mobilisiert bei den bisherigen Marktpartnern neue Kräfte, so dass sich gewohnte und bewährte Strukturen verschieben. Und am Ende bleibt die Frage: Birgt dieser Umbruch mehr Risiken oder mehr Chancen für die E-Handwerke?

Klar ist: Mit dem Entstehen jeder neuen Technik sind die Märkte einem starken Wandel unterworfen. Aber so dicke Bretter, wie im Moment, haben wir schon lange nicht mehr gebohrt. Ich möchte Ihnen dies am Beispiel Elektromobilität erläutern: Ein wesentliches Betätigungsfeld für die Elektrobetriebe wird der Aufbau der Ladeinfrastruktur sein, wobei wir hier zwei Bereiche unterscheiden müssen: den öffentlichen sowie den privat/gewerblichen Bereich. Die bisher durchgeführten Feldversuche zeigen klar, dass die Mehrzahl der Ladevorgänge zu Hause bzw. am Arbeitsplatz durchgeführt wird. Und dort haben ganz klar die Elektrohandwerker den besten Zugang zum Kunden. Wir sind hier der erste Ansprechpartner des Verbrauchers.

Die dafür auszuführenden Tätigkeiten beherrschen die Elektrobetriebe seit vielen Jahren, z. B. das Umbauen der Verteilung oder der Anschluss an ein Datennetz. Wichtig wird sein, dass dem Kunden alles aus einer Hand angeboten wird. Dazu gehört zum Beispiel auch die Beratung – nicht notwendigerweise der Verkauf – für einen günstigen Strombezugstarif.

Für die E-Handwerke ist die Elektromobilität im Sinne der elektrischen Infrastruktur daher in erster Linie ein Nachrüstmarkt. Denn wer kennt sich in der Anlage besser aus als derjenige, der sie installiert hat? Ich denke nicht, dass z. B. ein Automobilhersteller das Risiko eingeht, pauschale Installationsangebote für eine ihm unbekannte Umgebung anzubieten. Vorstellen kann ich mir vielmehr eine Lösung, bei der Elektrohandwerker mit Autohäusern zusammenarbeiten und einem neuen E-Mobil ein Gutschein über die Summe X für die Installation der Ladestation beiliegt.

Natürlich werden sich auch die Vertragswerkstätten der Automobilhersteller des Themas Elektromobilität annehmen. Das werden sie aber aus meiner Sicht nicht in aller Breite und Tiefe tun können. Ein elektrischer Nabenantrieb zum Beispiel wird meiner Meinung nach nicht in einer Kfz-Werkstatt repariert, sondern dort in aller Regel nur ausgetauscht. Die eigentliche Reparatur wird in einer Fachwerkstatt durchgeführt – die aus dem Elektrohandwerk kommen kann.

Die dezentrale Energieversorgung zu stärken und auszubauen ist eine der Voraussetzungen, um dem Ziel der Energieeinsparung näher zu kommen. Energiegewinnung aus der Sonne ist eines, sie ist aber nicht alles. Ein weiteres Schlüsselwort für die Zukunft ist mit Blick auf die Wettbewerbsverzerrung, die die Förderpolitik bei der Photovoltaik hervorgerufen hat, der Begriff Eigenverbrauch. Und auch daraus ergibt sich naturgemäß ein interessantes Geschäftsfeld für unsere mittelständisch-handwerklich geprägten Unternehmen. Mikrowindkraftwerke werden mit PV-Anlagen ergänzt, Solarthermie und Wärmepumpen können für Warmwasser und Heizungssysteme genutzt werden. Vor allem im gewerblichen und industriellen Bereich bietet sich die Nutzung von hocheffizienten Kraftwärmekopplungssystemen an.

Bei den erneuerbaren Energien sehe ich in den nächsten Jahren einen potenziellen Markt für Kleinwindkraftanlagen. Diese Geräte, die von der Form her einer Trommel gleichen, lassen sich auf vielen Dächern installieren – und können, z. B. im Unterschied zu PV-Anlagen, auch nachts Strom liefern.

Mir ist wohl bewusst, dass dieses Thema momentan noch vielerorts kontrovers diskutiert wird. Doch ich glaube, dass diese Form der dezentralen Energieerzeugung ein Betätigungsfeld des Elektrohandwerks sein kann und wird. Als typische Anwendungsfelder denke ich nicht nur an Privathäuser, sondern natürlich auch an Gebäude wie Krankenhäuser, Hotels usw. Auf deren Flachdächern befinden sich ohnehin schon viele technische Anlagen, z. B. Kältemaschinen. Da würde eine Kleinwindanlage mit Sicherheit nicht stören.

Zugleich stelle ich an dieser Stelle eine Behauptung auf, die sich heute so visionär anhören mag, wie ehedem meine Aussage über den Systemintegrator. Ich behaupte, dass wir schon bald ernsthaft darüber nachdenken werden, dass wir Strom als Wärme speichern, denn wir brauchen dringend Speicherkapazitäten. Ich sage heute: Die Elektro-Speicherheizung, die in den vergangenen Jahren als schmutziger Buhmann aus politischen Gründen von der Bühne verschwinden musste, wird als „Grüne“ Speicherheizung eine neue Blütezeit erleben. Diesen Gedanken habe ich bereits im September 2009 auf der Fachmesse Elektrotechnik ausgesprochen. In diesem Fall hat das mit der Glaskugel einmal gut geklappt! Ich freue mich, dass diese Idee inzwischen auf fruchtbaren Boden gefallen ist.

Neben dem Ziel, möglichst viel Energie aus regenerativen Quellen zu gewinnen, muss noch mehr Augenmerk darauf gelegt werden, wie diese Energie gespeichert werden kann. Die Energiewirtschaft sucht heute nach Möglichkeiten, regenerativen Strom, der auch in Zeiten geringen Verbrauchs erzeugt wird, zu speichern. Erst vor wenigen Tagen ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt für ein innovatives Steuerungskonzept für Elektro-Speicherheizungen gestartet. Es wurde von RWE Effizienz zusammen mit der Siemens Energy und einem Hersteller von Heizungssteuerungen entwickelt und wird zur Zeit mit 50 Kunden getestet. Ziel des Projekts ist es, die technische und wirtschaftliche Einsatzreife eines neuen Lademodells zu testen und damit die fluktuierenden Spitzen von Ökostrom über die Speicherung in Elektro-Speicherheizungen auszugleichen. Damit sollen die heute starren Ladezeiten der elektrischen Speicherheizung aufgehoben und an die nicht planbare Einspeisung von regenerativ erzeugtem Strom angepasst werden.

Dies ist ein Versuch, regenerativ erzeugten Strom besser als bisher im Stromnetz zu integrieren und die Effizienz der Energieversorgung in Deutschland weiter zu erhöhen. Auch die Kunden sollen damit durch mehr Komfort und geringere CO2-Emissionen profitieren.

Das Bild des elektrohandwerklichen Unternehmers ist heute einem ähnlichen Wandel unterworfen wie die Technik, mit der wir arbeiten. Heute stehen aktuelles technisches und betriebswirtschaftliches Know-how gleichberechtigt nebeneinander. Wir wissen alle: Es gibt kein Patentrezept für unternehmerischen Erfolg! Doch die Elektrotechnik hat eine enorme Bandbreite. Jeder Betrieb sollte für sich überlegen, wie bzw. wo er sich positioniert. Oft wird in der Diskussion um neue Geschäftsfelder die klassische Elektrotechnik vergessen. Auch ein Betrieb der klassischen Elektrotechnik kann ein Spitzenunternehmen sein und damit ordentlich Geld verdienen. Denn nicht jeder Kunde verlangt nach einer ausgefeilten Gebäudetechnik.

Das lässt sich anschaulich und aktuell am Beispiel der Umstellung von Analog- auf Digital-TV aufzeigen. Ende April 2012 – also in etwas mehr als einem Jahr – werden die führenden Sender die analoge Übertragung ihrer Programme einstellen. Ab da funktioniert nur noch Digitales Satelliten-TV, und wer bis dahin nicht seine SAT-Anlage umgestellt hat und einen neuen Receiver angeschlossen hat, der könnte dann bei der Fußball-EM im Juni 2012 durch die Röhre schauen. Auch wenn der „Digitale Frühling“ schon lange begonnen hat, befinden sich leider noch Millionen von Zuschauern im tristen analogen Winter. Gerade bei den Endverbrauchern gibt es ein enormes Potenzial, das in den nächsten Monaten abzuarbeiten ist. Bis zu sechs Millionen Haushalte sind nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts GfK von der Abschaltung des analogen Satellitensignals betroffen. Die Wohnungswirtschaft ist stark tangiert und wird uns einige Monate beschäftigen. Aber auch Hotels, Seniorenheime, Krankenhäuser und ähnliche Institutionen müssen umrüsten. Da rollt eine riesige Auftragswelle auf die E-Handwerksbetriebe zu. Da das Auswechseln meist auf dem Dach – also draußen – stattfindet, gehen die Arbeiten erst jetzt so richtig los. Wichtig ist, dass die Öffentlichkeit und die TV-Zuschauer darüber informiert werden, dass sie ihre Anlage rechtzeitig umrüsten, sonst befürchten wir in Kürze einen enormen Auftragsstau, der im Frühjahr 2012 sicher nicht mehr zu bewältigen sein wird.

Diese Beispiele zeigen, mit wieviel Volt die E-Handwerke im Moment unterwegs sind. Es mangelt nicht an spannenden Themen. Aber es könnte uns schon bald an geeignetem Nachwuchs mangeln und damit stehen wir nicht alleine da. Wir behaupten, jungen Menschen mit unseren Berufen spannende und zugleich auch solide Zukunftsperspektiven zu bieten. Die Weichen dafür, dies den Jugendlichen zu vermitteln, haben wir bereits vor 14 Jahren mit den neuen Bezeichnungen auf Meister- und auf Ausbildungsberufsebene richtig gestellt. Auf dieser Basis können wir aber nicht verharren, sondern müssen uns verstärkt um kompetente Lehrlinge bemühen.

Aber wir sind auch hier gut aufgestellt: Wir haben die E-zubi-Nachwuchskampagne aufgefrischt und uns dabei am Geschmack der jungen Menschen orientiert. Dabei wurde natürlich das Internetangebot deutlich erweitert – seitdem tummeln sich E-zubis natürlich auf den führenden Plattformen wie Facebook und Twitter. Dort mit einem professionellen Auftritt zu kommunizieren, ist noch nicht in allen Handwerkszweigen üblich – aber wer den Ruf hat, ein Zukunftshandwerk zu sein, muss sich auch dort bewegen, wo die Zukunft zuhause ist.

Weiterhin haben wir eine Schulungsunterlage für Lehrer entwickelt, die wir an die Schulen weitergeben, in der die Bedeutung der elektrohandwerklichen Berufe für die technische Entwicklung, die umweltpolitische Entwicklung und für die Volkswirtschaft dargestellt wird.

Es ist uns sehr wichtig, mit diesem Auftritt „Deine Stadt braucht Dich“ auch das neue Selbstbewusstsein der E-Handwerke zu demonstrieren. Denn in einer Welt, die immer elektrischer wird und die Energieeffizienz zum Schutz des Klimas fordert, dürfen die Profis aus den E-Handwerken mit einem neuen Bewusstsein an die Arbeit gehen: Denn – ich wiederhole mich, aber ich tue es gerne und in voller Absicht: Ohne Strom läuft nichts! Die technische Entwicklung rückt die Energieart Strom unaufhaltsam in den Brennpunkt. Die verschiedenen Gebäudefunktionen sind immer mehr vernetzt und im Zentrum steht der E-Handwerker als Systemintegrator.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


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» ZVEH-Pressegespräch auf der IHM, 17.03.2011 – Ingolf Jakobi

Statement

RA Ingolf Jakobi
Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

anlässlich des Pressegesprächs des ZVEH
auf der IHM beim 1. Medientag der Internationalen Handwerksmesse
am 17. März 2011 in München


Sehr geehrte Damen und Herren,

nach den aktuell vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamtes hat sich der Umsatz der rund 76.000 elektro- und informationstechnischen Handwerksbetriebe im Jahr 2010 um 7,3 Prozent auf über 35 Milliarden Euro erhöht. Damit nehmen die E-Handwerke im Vergleich zu anderen Handwerksbranchen eine Spitzenposition ein. Die Zahl der Beschäftigten ging um 0,4 Prozent auf 316.600 zurück. Dazu zählen auch rund 41.000 Auszubildende in den sieben Ausbildungsgängen der elektro- und informationstechnischen Handwerke.

Vor allem die Auftragsbücher der Elektrotechniker waren 2010 prall gefüllt, der Umsatz dieser Fachbetriebe hat sich um über acht Prozent deutlich verbessert. Dies liegt aus unserer Sicht vor allem daran, dass die Kunden immer stärker nach energieeffizienten Häusern und intelligenten Gebäudesteuerungen fragen. Auch das boomende Geschäft mit der Installation von Photovoltaikanlagen hat seine Spuren hinterlassen. Laut einer Befragung unseres Hauses im Frühjahr 2010 macht inzwischen ein Drittel der Elektrobetriebe sein Geschäft mit der Sonne. Der Anteil am Gesamtumsatz der Unternehmen beträgt über 28 Prozent. 

Die uneinheitlichen Ankündigungen der Bundesregierung, die Förderung zu kürzen, haben im ersten Halbjahr 2010 eine enorme Auftragswelle ausgelöst. Der ZVEH hatte sich seit Bekanntwerden dieser Kürzungspläne ab Jahresbeginn 2010 intensiv für eine schnelle und vor allem eindeutige
 
Regelung eingesetzt, damit Kunden und Handwerksbetriebe wieder Planungssicherheit haben. Endgültige Klarheit gab es dann aber erst zur Jahresmitte. Bis dahin beeilten sich viele Kunden, noch die äußerst attraktiven Förderkonditionen mitzunehmen.

Der ZVEH ist grundsätzlich gegen eine Überförderung des Solarmarktes und setzt sich für eine maßvolle Anpassung ein. Daher begrüßen wir die kürzlich im Solarkompromiss festgelegten Kürzungen der Solarförderung. Die Erzeugung von Energie aus regenerativen Quellen hat nur dann eine realistische Zukunftschance, wenn sie sich marktfähig entwickelt. 

Doch zurück zur Bilanz 2010: Auch die Betriebe der Informationstechniker und der Elektromaschinenbauer erlebten nach einem schwachen Jahr 2009 im vergangenen Jahr einen deutlichen Aufschwung. Laut den vorläufigen Berechnungen stieg der Umsatz um ca. 2,8 bzw. 7,3 Prozent. Die Elektromaschinenbauer profitierten damit vom Anziehen der industriellen Produktion und dem Wiedererstarken der Exportwirtschaft. Die Informationstechniker konnten im Zuge der zunehmenden Vernetzung und Digitalisierung von Bürowelt und Privatleben ihre Angebotspalette erweitern.

Die günstige Auftragslage schlägt sich auch in der Nachfrage nach Fachkräften nieder. Die Bundesagentur für Arbeit meldet für Februar 2011 25.000 offene Stellen in den Elektroberufen, 18.500 allein im Bereich Elektroinstallation. Im Februar vor einem Jahr gab es nur 14.000 freie Arbeitsplätze, der Aufschwung dürfte sich also fortsetzen. Um genauer zu erfahren, wie viele Betriebe Fachkräfte suchen und welche Erfahrungen sie bei der Besetzung machen, führt der ZVEH gerade eine Umfrage bei seinen Mitgliedern durch. Sobald wir die Ergebnisse haben, werden wir Sie informieren. 

Die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen entwickelten sich in den vergangenen Jahren in weiten Teilen positiv für die E-Handwerke - die Energiehandwerke. Die Frage nach effizientem Energieeinsatz bekommt eine immer größere Aufmerksamkeit.

Das Energiekonzept der Bundesregierung erfordert die Schaffung grundsätzlich neuer Strukturen bei der Energieversorgung und ein ganz neues Energiemanagement. Im Jahr 2050 sollen 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus regenerativen Energien gedeckt werden. Nur zur Erinnerung, derzeit liegen wir bei etwa 17 Prozent. Auch rückt das Energiekonzept der Bundesregierung die Energieart Strom deutlich ins Zentrum. Das begrüßen wir. Denn die Energieversorgung der Zukunft kann gar nicht anders aussehen, nur Strom ist ohne Rückgriff auf fossile Ressourcen bei uns zu erzeugen.

Gleichwohl hat das Energiekonzept der Bundesregierung aus meiner Sicht einen großen Schwachpunkt: Es berücksichtigt die in Deutschland stark ausgeprägte Bereitschaft, Großprojekten mit massiver Kritik oder Widerstand zu begegnen, nicht hinreichend. Wenn wir den Strom aus den Offshore-Anlagen in der Nord- und Ostsee in alle Teile der Republik bringen wollen, werden wir ohne den Ausbau der Netze durch Überlandleitungen nicht auskommen. Dafür fehlt jedoch im Moment die notwendige breite Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die Chance bei der Steigerung der Nutzung erneuerbarer Energie liegt daher nach unserer Überzeugung in der Dezentralität. Allerdings brauchen wir zur Sicherung der Grundlast gleichwohl künftig sichere, gleichmäßige Versorgung und stabile Netze. 

Um den Ausbau der Infrastruktur in Deutschland und den Aufbau eines Smart Grids - des Intelligenten Energienetzes - voranzubringen, steht der ZVEH in intensiven Gesprächen mit den führenden Wirtschaftsverbänden der Energiebranche BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft), BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien), VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie). Ziel von gemeinsamen künftigen Aktionen ist eine insgesamt bessere Vernetzung und Steuerung des Gesamtsystems. Vor dem Hintergrund des schnellen Ausbaus der erneuerbaren Energien und den weltweit erkennbaren Anstrengungen zur Modernisierung der Energienetze kommt es auf schnelles, geschlossenes, zielgerichtetes und vor allem gemeinsames Handeln aller involvierten Branchen und Fachdisziplinen an. Nur so lassen sich Versorgungssicherheit, Preiswürdigkeit und die klimapolitischen Ziele nachhaltig erhalten bzw. erreichen. Außerdem muss der Dialog mit der Bevölkerung transparenter werden, um die Akzeptanz für den notwendigen Umbau der deutschen Energieversorgung zu erhalten. Smart Grid ist eine wesentliche Voraussetzung, um die erneuerbaren Energien in das Gesamtkonzept sinnvoll und effizient einzubinden. 

Ohne elektrotechnisch ausgebildete Fachleute, werden die anspruchsvollen Zukunftsaufgaben jedenfalls nicht zu lösen sein. Intelligente Netze und intelligente Häuser brauchen auch intelligente Elektrofachleute und Informationstechniker für das Energiemanagement. Die Qualifikationsschwerpunkte verlagern sich zukünftig allerdings deutlich Richtung Informations- und Kommunikationstechnologie. Die Kombination dieser Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Know-how für die Energieversorgung wird die Kernkompetenz der E-Fachleute der Zukunft bilden. Klimaschutz wird ohne das Handwerk nicht funktionieren!

Das bedeutet aber auch, die elektro- und informationstechnischen Handwerksbetriebe müssen in den nächsten Jahren in immer kürzeren Zyklen an dem Thema Qualifizierung arbeiten. Nur so werden sie die wichtigste Ressource, qualifiziertes Fachpersonal, erhalten und sich in Konkurrenz zu Mitbewerbern, gleich aus welcher Himmelsrichtung sie auf unsere Märkte drängen, durchsetzen. Gemeinsam mit dem ZVEI und dem VDE entwickelt der ZVEH daher in diesen Monaten eine Qualifizierungsmaßnahme zur Gebäudevernetzung. Diese Weiterbildung wird die in der dualen Ausbildung erworbenen Kenntnisse und die Angebote der Meisterqualifikation sinnvoll ergänzen.

Um das Herausbilden neuer Kompetenzen in Verbindung mit bereits bestehendem Fachwissen geht es auch bei der geplanten Bildungskonferenz der Nationalen Plattform Elektromobilität. Der ZVEH ist in den Arbeitsgruppen „Ladeinfrastruktur und Netzintegration“ sowie „Ausbildung und Qualifizierung“ direkt vertreten. Bei einer nationalen Bildungskonferenz im Juni soll in Workshops eine Kompetenz-Roadmap erarbeitet werden.

Sie sehen schon, wir gehen mit großen Schritten einer E-Gesellschaft entgegen. Die elektro- und informationstechnischen Handwerke sind mit ihren Marken gut aufgestellt: E-Handwerk, E-Marke, E-CHECK! So hat uns der E-CHECK in den vergangenen 15 Jahren als Sicherheits-Check beste Dienste erwiesen. Neue Gesetze aus Brüssel und deren Umsetzung auf nationale Ebene, wie zum Beispiel das Energiedienstleistungsgesetz, sehen explizit so genannte „Checks“ vor, mit denen dem Kunden wirtschaftlich-effiziente Angebote aufgezeigt werden. Dies sehen wir als klares Signal, den Kunden unserer Mitgliedsbetriebe einen eigenen Check zur Energieeffizienz anzubieten.

Lassen Sie mich noch einige Worte zur Entwicklung der E-Marke sagen. Mit dem neuen Logo der qualitätsorientierten Dienstleistungsmarke, die wir 2008 eingeführt haben, rüsten sich inzwischen über 5.500 Betriebe der Elektrohandwerke für eine spannende Zukunft. Anfang dieses Jahres wurde gemeinsam mit den inzwischen über 40 E-Marken-Partnern aus Industrie und Großhandel und den Landesverbänden die „E Akademie“ komplett überarbeitet. In dem virtuellen Fortbildungsportal stehen mehr als 400 Weiterbildungen und Schulungen von rund 30 Anbietern. Die E Akademie ist nur eine von vielen gemeinschaftlichen Initiativen, die die Branche stärkt und verbindet. Denn gerade in Zeiten des Umbruchs sind Allianzen und solide Partnerschaften besonders wichtig.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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» Pressekonferenz zur RAL-RG 678 auf der ISH, 16.03.2011 – Bernd Dechert

Statement

Dipl.-Ing. Bernd Dechert
Geschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen
Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH)

Pressekonferenz zur RAL-RG 678 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden“
am 16.03.2011 auf der ISH in Frankfurt


Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Überarbeitung der RAL-RG 678 wurde ein Schritt vollzogen, der einerseits auf Grund der Änderungen von normativen Vorgaben notwendig war. Auf der anderen Seite war die Überarbeitung, die aktiv vom ZVEH begleitet wurde, deshalb unbedingt erforderlich, weil wichtige Aspekte der Gebäudevernetzung so in der bisherigen Fassung der RAL-RG 678 nicht enthalten waren.

Die RAL-RG 678 stellt für Planer und Elektrohandwerker eine zentrale Planungsgrundlage für elektrische Anlagen dar. So ist eine zeitnahe Anpassung der RAL-RG 678 unerlässlich gewesen, um auf Normenänderungen und besonders auch auf neuste Trends und geänderte Anforderungen des Marktes zu reagieren. Der ZVEH sieht es als eine seiner zentralen Aufgaben an, bei der Gestaltung neuer Standards im Sinne seiner Mitglieder Einfluss zu nehmen. Denn die Standards sollten für den Handwerker marktgerecht, praktikabel und zukunftssicher sein.

Die überarbeitete RAL RG 678 geht somit auch nach unserem Verständnis genau in die richtige Richtung. So sieht diese, unabhängig von den Ausstattungswerten, eine Kommunikationsleitung in einem Leerrohr zwischen dem Elektrizitätszähler und einer Anzeigemöglichkeit der Verbrauchswerte in der Wohnung vor. Damit wird eine wesentliche Grundlage für Smart Metering gelegt.

Mindestens vierreihige Stromkreisverteiler in Mehrraumwohnungen ab der Ausstattungsvariante 1 ermöglichen den Einsatz sicherer und komfortabler Elektroinstallation. Die Integration der Gebäudesystemtechnik in die 

Ausstattungsvariante Plus sowie die Erweiterung der Verteiler für Kommunikations- und Gebäudesystemtechnik definieren einen Standard, der die Anforderungen von heute und in naher Zukunft erfüllt.

Aus Sicht des ZVEH wird gerade die Gebäudevernetzung zukünftig eine zentrale Rolle spielen. Energieeffizienz, Gebäudeautomatisierung und die Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechniken sind ohne Vernetzung nicht sinnvoll möglich.

Lassen Sie mich einen Ausblick wagen, welche Faktoren zukünftig die Gebäudetechnik maßgeblich mit beeinflussen werden:

Marktsegment Energiemanagement

Aktuell fordert die EU-Richtlinie zu „Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen“ individuelle Zähler (Smart Meter) beim Kunden, die den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln. Bis 2020 sollen 80 Prozent der deutschen Haushalte, also ca. 31 Mio. Wohnungen, mit Smart Meter-Technologien ausgerüstet sein. Kunden sollen damit mehr Transparenz gewinnen und den eigenen Verbrauch besser beeinflussen können. Darüber hinaus sollen last- und zeitvariable Stromtarife, die seit Anfang dieses Jahres angeboten werden, Anreize schaffen, verstärkt regenerativ erzeugten Strom zu nutzen, wenn dieser zur Verfügung steht. Smart Home-Lösungen können entscheidend zur Energieeinsparung beitragen, indem sie beispielsweise automatisch die Raumtemperatur absenken, wenn niemand zuhause ist. Auch die Nutzung verschiedener Tarife, wie zuvor beschrieben, wird vom Intelligenten Haus übernommen, so dass die Bewohner sich nicht mit technischen Details befassen müssen.

Marktsegment Ambient Assisted Living
Es werden technische Systeme benötigt, die einen (erwünschten) Teil der Alltagstätigkeiten erleichtern oder übernehmen. Unter Ambient Assisted Living (AAL) werden Konzepte, Produkte und Dienstleistungen verstanden, die neue Technologien und soziales Umfeld miteinander verbinden und verbessern. Sie sollen die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensab-schnitten erhöhen. Übersetzen könnte man AAL am besten mit „Altengerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben“. Ihr Marktpotenzial allein in Deutschland liegt im Bereich von mehreren Milliarden Euro jährlich. Diese Perspektive könnte die Einführung von Smart Home-Lösungen beschleunigen.

Marktsegment Sicherheit

Ein weiteres mögliches Marktfenster öffnet sich durch neue, sicherheitstechnische Anforderungen. Das betrifft zum einen das gestiegene individuelle Sicherheitsbedürfnis und zum anderen gesetzliche Regelungen. So haben z. B. sieben Bundesländer in Deutschland die Pflicht eingeführt, Wohnungen mit Rauchwarnmeldern auszustatten; zwei weitere Länder planen dies. Hausnotrufsysteme sind ein weiteres Element im Smart Home. Gerade für ältere Menschen sind diese von Bedeutung. Moderne Lösungen sind an Fallsensoren oder auch Ambiente Überwachungssysteme der ADL (Activities of Daily Life) gekoppelt. Beim Standard liegt Deutsch-land im Vergleich weit hinter dem anderer Länder zurück, wie z. B. hinter Großbritannien, das in Europa auf diesem Gebiet führend ist.

Marktsegment Komfort

Unverändert bleibt der Wunsch nach mehr Komfort ein wichtiger Anreiz für Kunden, um in das Thema Smart Home einzusteigen. Im hochpreisigen Bereich gibt es vernetzte Häuser, teils individuell mit hohem Aufwand projektiert, teils als Fertighaus verschiedener Anbieter mit bestimmten Funktionen. Im Angebot sind inzwischen auch Konsumelektronik- und Hausautomatisierungsgeräte, wie z. B. KNX-fähige weiße Ware. Von der (individualisierten) Massenfertigung von Smart Homes ist Deutschland derzeit zwar noch weit entfernt. Jedoch ist ganz klar ein Trend zu mehr intelligenter Technik im Gebäude zu erkennen.

Trend zur „Vernetzung“ durch Social Media

Anwendungen im Social Media (Web 2.0, Twitter, Facebook, Apps fürs iPhone etc.) machen den Nutzern „Vernetzung“ (be-)greifbarer. Die neuen Medien vereinfachen die Anwendungen um z. B. über Smartphone ein Haus zu steuern. „Fernsteuerung“ wird vorstellbar und für den Anwender als Vorteil und Nutzen erkennbar!

Der ZVEH hat all diese eben genannten Themen im Rahmen der Sonderschau „Das E-Haus“ einer breiten Fach- und Endverbraucheröffentlichkeit im Rahmen der Light+Building 2010 sowie auf der Internationalen Handwerksmesse 2010 und auf der IFA 2010 vorgestellt. Dieses Jahr war die Sonderschau „Das E-Haus“ auf der ELTEC in Nürnberg zu sehen. Ganz aktuell kann das E-Haus demnächst vom 23. – 25. März auf der eltefa in Stuttgart besichtigt werden. Die dort gezeigte Technik und der daraus resultierende Nutzen fanden sowohl beim Fachpublikum wie auch bei den Privatbesuchern, aber auch bei den Medien, großen Anklang.

Die Resonanz auf das E-Haus hat uns mehr deutlich gezeigt, dass die Zeit für Heimvernetzung reif ist. Aus diesem Grund war Anpassung der RAL dringend erforderlich. Um diese eben aufgezeigten Anforderungen heute und in Zukunft nachkommen zu können, ist eine entsprechende Infrastruktur im Bereich Elektroinstallation unabdingbar. Mit der neuen RAL-RG 678 wird diese Grundlage geschaffen.


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Info

IFA vom 05. - 10.09.2014

Gemeinschaftsauftritt von VDE, ZVEH und ZVEI in Halle 11.1, Stand 6+8

Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur

Neuer Film über das E-Haus

Spannende Einblicke in das „Energiespar-kraftwerk“ im YouTube-Channel.

Der E-Zubis Kinospot!

Der Kinospot im YouTube-Channel.

Webspot "Deine Stadt braucht Dich!"

www.e-zubis.de startet Webspot im YouTube-Channel.

E-Handwerk - Ihre Experten für Energie, Elektronik und IT - Der Imagefilm
ZVEH-Jahresbericht 2013/14
ZVEH-Jahresbericht - aktuell

Der neue ZVEH-Jahresbericht 2013/2014 ist zur Light+Building erschienen! Über 160 Seiten pralle Informa-tionen. Laden Sie sich die Zusammenfassung des ZVEH-Jahres als PDF herunter.

KFE-Buchausgabe 2013/14

Seit Mitte Juli 2013 ist die KFE-Buchausgabe 2013/14 erhältlich.

Der Webseiten-Konfigurator

In sieben Schritten zum eigenen Internetauftritt Mitgliedsbetriebe können mit dem Webseiten-Konfigurator ohne großen Aufwand den eigenen Internetauftritt erstellen: individuell, professionell und im Zeichen der starken E-Marke!

Brandschutzgerechte Planung, Errichtung und Instandhaltung von PV-Anlagen

Broschüre Brandschutzgerechte Planung, Errichtung und Instandhaltung von PV-Anlagen.


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e-zubis: 7 Wege in deine Zukunft!

Die 7 Ausbildungsberufe in den elektro- und informationstechnischen Handwerken bieten vielfältige Zukunftschancen. Informiere dich hier und auf www.e-zubis.de!



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