20.10.2020

Gebäudebestand kann wichtigen Beitrag zu klimaneutralem Europa leisten

Mit der Initiative „Renovierungswelle“ will die EU-Kommission Anreize für eine Modernisierung des Gebäudebestands schaffen.

Bild: Pixabay – 11333328

40 Prozent des Energieverbrauchs gehen hierzulande auf das Konto des Gebäudebestands. Grund ist, dass viele Gebäude zu einem Zeitpunkt erbaut wurden, als Energieeffizienz noch keine Rolle spielte. Zwar werden Jahr für Jahr Teile des Gebäudebestands saniert. Der Sanierungsstau ist jedoch gigantisch – in Deutschland ebenso wie in anderen EU-Ländern. Soll Europa, wie es die europäische Kommission anstrebt, bis 2050 klimaneutral werden, braucht es also größere Anstrengungen in Sachen Modernisierung.

Hier setzt die kürzlich vorgestellte Renovierungswelle der EU-Kommission an. Mit der Initiative sollen neue Anreize für die Modernisierung des Gebäudebestands geschaffen werden. Ziel ist es, die Quote in den kommenden Jahren mindestens zu verdoppeln. ZDH und ZVEH befürworten die Initiative, zumal diese wichtige Konjunkturimpulse im Handwerk setzen kann.

Der ZVEH setzt sich schon seit Langem dafür ein, sich bezüglich der Energieeffizienz von Gebäuden nicht nur auf die Gebäudehülle zu fokussieren, sondern auch technische Komponenten stärker einzubeziehen. So können durch den Einsatz innovativer Gebäudetechnologien beachtliche Energieeinsparungen erzielt werden. Nicht minder wichtig ist es nach Ansicht der elektrohandwerklichen Organisation, bei Modernisierungen künftig in noch viel stärkerem Ausmaß die Elektroanlagen einzubeziehen.

Schließlich geht es darum, den Gebäudebestand intelligent und damit energiewendefähig zu machen. Auch die Sektorenkopplung als wichtiger Bestandteil der Energiewende kann nur dann vorangetrieben werden, wenn Gebäude zu Energiezentralen werden, in denen Energie nicht nur verbraucht, sondern auch erzeugt und gespeichert wird.

Damit sich die hinsichtlich der Modernisierung des Gebäudebestands gewünschte Dynamik entfalten kann, appellieren ZDH und ZVEH an den Gesetzgeber, Modernisierungen nicht mit zu hohen Auflagen zu verknüpfen. Auch muss dem Handwerk im Sinne der Datenökonomie ein fairer Zugang zu den Daten gewährleistet werden, die in intelligenten Gebäuden generiert werden.

Quelle: ZDH und ZVEH

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