13.05.2019

AIE stellt Forderungen zur Europawahl vor

Gebäudetechnik, Elektrifizierung und Digitalisierung im Fokus

Der technische Wandel bei der Elektrifizierung und Digitalisierung bringt weitreichende Möglichkeiten für die Menschen in Europa und schafft dynamische Märkte, eine umweltbewusste Gesellschaft und stellt zugleich neue Anforderungen an die Arbeitsplätze der Zukunft.

Die Tätigkeiten der E-Handwerke haben sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und werden weiter an Komplexität und technologischer Vielfalt gewinnen. Smart Living, Elektromobilitäts- und IT-Infrastruktur sind nur ein paar der Schlagworte, die die E-Handwerke in Zukunft beschäftigen werden. Sie leisten hiermit einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Klimaziele. Damit diese erreicht werden können, müssen auf politischer Ebene die richtigen Weichen gestellt werden.

Die European Association of Electrical Contractors (AIE), die europäische Vereinigung der E-Handwerke, stellt daher einige Forderungen an die europäischen Entscheidungsträger der im Jahr 2019 beginnenden Legislaturperiode.

Weiterentwicklung der CO2 neutralen und dezentralen Elektrifizierung
Die ehrgeizigen EU-Reglementierungen der CO2-Emissionen können nur durch eine noch stärkere Elektrifizierung und den Zubau erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Reduktion des Energieverbrauchs aus fossilen Brennstoffen erreicht werden. Die Aufklärung der Endverbraucher ist hierfür maßgeblich, da sie zum bewussteren Umgang mit Energie führt. Weiterhin müssen Anreize zur Erhöhung des Marktanteils von Elektrofahrzeugen und für den Aufbau der Ladeinfrastruktur geschaffen werden.

Gebäude sollen effizienter und sicherer werden
Die aktuellen Sanierungsquoten zeigen zwar, dass Gebäude zunehmend smarter und energieeffizienter werden. Zugleich reichen die aktuellen Quoten jedoch nicht aus, den Gebäudesektor bis 2050 so zu transformieren, dass er CO2-neutral wird. Deswegen fordert das europäische E-Handwerk, in der nächsten Legislaturperiode Investitionen in smarte Gebäudetechnik zu fördern. Zertifizierungs- und Finanzierungsmodelle, wie der Smart Readiness Indicator, Energieausweise und die Subventionierung von smarten Gebäuden müssen ausgebaut werden. Hierfür ist es notwendig, den bisherigen Fokus von Einfamilienhäusern auf größere Wohneinheiten auszuweiten. Dazu zählen auch die Vereinfachung und Anpassung der Regularien, sodass Kommunen und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern in erneuerbare Energieanlagen und Energieeffizienz investieren und attraktive Geschäftsmodelle entwickeln können.

Digitalisierung – Treiber der Transformation des Gebäudesektors
Ein auf absehbare Zeit benötigtes effizientes Lastmanagement ist nur mit digitalen Steuersystemen möglich. Das europäische E-Handwerk wird seine Dienstleistungen dahingehend erweitern und Endverbraucher unterstützen, die Gebäude zukunftssicherer zu gestalten. Die politischen Entscheidungsträger sollten unterstützend regelmäßige und durch qualifiziertes Personal durchgeführte Inspektionen aller energieführenden Anlagen in Gebäuden etablieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass Energiemanagementsysteme Energieflüsse einwandfrei optimieren und damit Energieeinsparungen erzielt werden.

Die Digitalisierung führt zwangsläufig zu einer engeren Zusammenarbeit aller Gewerke im Gebäudesektor. Building Information Modeling (BIM) unterstützt diese Zusammenarbeit durch ein gewerkeübergreifendes, datenbankgestütztes Arbeiten und die Visualisierung des Bauprojekts. Allerdings ist es nötig, dass neutrale BIM-Standards etabliert werden. Die AIE fordert daher die politischen Entscheidungsträger auf, die Entwicklung solcher Standards zu unterstützen und zu begleiten.

Berufliche Bildung ist Leistungsgarant
Das europäische E-Handwerk stellt an sich den Anspruch, die neuesten und besten Technologien anbieten und installieren zu können. Ein aktueller und stetig weiterzuentwickelnder Wissensstand der Fachkräfte ist dafür die Voraussetzung. Aus- und Weiterbildung müssen modernisiert und auf die kommenden Herausforderungen ausgerichtet werden. Die politischen Entscheidungsträger sind aufgefordert, in Qualifizierung zu investieren und den Anreiz für Unternehmen zu schaffen, ihre Mitarbeiter weiterzubilden.

Die AIE-Wahlforderungen können in der ZVEH-Geschäftsstelle angefordert werden.
 

Quelle: ZVEH

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